Wirtschaft
Allgegenwärtig in Südkorea: Werbung für die Smartphone-Reihe "Galaxy"
Allgegenwärtig in Südkorea: Werbung für die Smartphone-Reihe "Galaxy"(Foto: REUTERS)

Südkoreaner auf dem Galaxy-Gipfel: Samsung überholt Apple

Der Boom bei Smartphones und Tabletcomputern schiebt den Samsung-Gewinn auf ein neues Rekordniveau: Die Absatzzahlen lassen selbst Apple blass aussehen. Analysten sprechen von einem drohenden Duopol: Kalifornier und Koreaner könnten sich den Smartphone-Markt bald nahezu komplett untereinander aufteilen.

Fast zu groß für die Kamera: Die Samsung-Zentrale in Seoul.
Fast zu groß für die Kamera: Die Samsung-Zentrale in Seoul.(Foto: dpa)

Die Absatzerfolge im Geschäft mit Smartphones und Tabletcomputern haben den Gewinn von Samsung auf ein Rekordniveau getrieben. Der südkoreanische Konzern verdiente im ersten Quartal des laufenden Jahres 5,050 Billionen Won (3,37 Mrd. Euro). Das war fast doppelt so viel wie noch vor einem Jahr und so viel wie noch nie in einem Quartal. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 45,270 Billionen Won.

Die Telekommunikationssparte, die für die erfolgreichen Smartphones und Tablets der Galaxy-Reihe verantwortlich ist, arbeitet hoch profitabel: Sie trug zwar nur zur Hälfte zum Umsatz, aber fast drei Viertel zum Gewinn bei. Besonders erfolgreich sind den Angaben zufolge das Internethandy "Galaxy S II" sowie das "Galaxy Note", eine Mischung aus Smartphone und Tablet. Im Mai will Samsung die neueste Version des "Galaxy S" vorstellen.

Erst vor wenigen Tagen hatte der wichtigste Samsung-Konkurrent Apple bleibt im "i"-Rekordwahn . Der US-Konzern verdiente in den ersten drei Monaten des Jahres umgerechnet 8,4 Mrd. Euro. Zu diesem ebenfalls auf Rekordniveau liegenden Ergebnis hatten vor allem das begehrte "iPhone" und der Tablet-PC "iPad" beigetragen. Samsung und Apple streiten sich weltweit in einer Vielzahl von Ländern um Patente und Design ihrer Produkte.

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Im Rennen um die Vorherrschaft am Mobilfunkmarkt konnte Samsung jetzt allerdings eine weitere Hürde nehmen: Dank der reißenden Nachfrage nach seinen Galaxy-Smartphones verwies Samsung den einst weltgrößten Handy-Hersteller Nokia und auch den US-Konzern Apple mit dessen iPhone bei den Absatzzahlen auf die Plätze. Der Kampf um Kunden geht allerdings unvermindert weiter: Sowohl Samsung als auch Apple warten in Kürze mit neuen Modellen auf.

Nicht ganz 100 Mio. Geräte

Die Koreaner legten zwar keine genauen Angaben zur Zahl der ausgelieferten Handys vor. Experten von Strategy Analytics gehen allerdings von insgesamt 93,5 Mio. verkauften Geräten in den drei Monaten bis März aus, das entspricht einem Marktanteil von 25,4 Prozent. Damit hätte Samsung die 14-jährige Vorherrschaft von Nokia beendet: Die Finnen verkauften 82,7 Mio. Geräte, ein Anteil von 22,5 Prozent. Apple kam demnach auf 9,5 Prozent. Im Telekom holt sich Hilfe setzte sich den Experten zufolge Samsung mit 44,5 Mio. verkauften Multifunktionsgeräten und einem Marktanteil von 30,6 Prozent vor Apple mit 35,1 Mio. abgesetzten Smartphones und einem Marktanteil von 24,1 Prozent.

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"Samsung und Apple haben die meisten großen Wettbewerber überholt, und der Smartphone-Markt läuft Gefahr, ein Zweier-Rennen zu werden", sagte Neil Mawston, Analyst von Strategy Analytics. An diesem faktischen Duopol wird sich Experten zufolge im laufenden Jahr wohl auch nicht viel ändern. Mit einem aufpolierten Modell seines Flaggschiffes "Galaxy S3 wird vorgeführt " will Samsung nun Last Minute für Olympia in London den Absatz von Smartphones nochmals ankurbeln.

Die dritte Version des Geräts soll kommende Woche in London und damit früher als das neue iPhone von Apple auf den Markt kommen. Experten erhoffen sich viel von dem Gerät. "Schon jetzt zieht es großes Interesse der Branche und der Konsumenten auf sich", sagte Brian Park, ein Analyst von Tong Yang Securities. "Wir erwarten sehr starke Nachfrage nach dem Galaxy S3 landet am 3. Mai ", sagte Samsung-Manager Robert Yi.

Woher kommen die Kunden?

Samsungs Handy-Sparte konnte im abgelaufenen Quartal ihren Gewinn auf umgerechnet 2,88 Mrd. Euro nahezu verdreifachen. Damit macht er 73 Prozent des gesamten Betriebsgewinns im Konzern aus.

Die operative Marge kletterte dank der guten Verkäufe des Galaxy S und des neuen Galaxy Note - eine Kreuzung aus einem großen Handy und einem Mini-Tabletcomputer - auf 18,4 Prozent von zwölf Prozent im vorangegangenen Quartal.

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"Samsungs Smartphone-Erfolg im ersten Quartal war die Kehrseite von ", sagte CLSA-Analyst Matt Evans. Insgesamt verdoppelte Samsung seinen operativen Gewinn von Januar bis März nahezu auf 3,9 Mrd. Euro.

Analyst Park sagte, möglicherweise werde sich der Gewinnanstieg der Handysparte im Laufe des Jahres mit der Markteinführung des "iPhone 5" verlangsamen, aber die Erholung der Halbleiter- und Flachbildschirm-Sparten werde dies auffangen können.

Im ersten Quartal musste Samsung jedoch für seine Halbleiter einen Gewinnrückgang um mehr als die Hälfte verkraften, weil die Preise für Computerchips unter Druck standen. Die TV- und Haushaltswarensparte legte beim Gewinn jedoch deutlich zu.

Quelle: n-tv.de

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