Wirtschaft
Samsungs Modellpalette ist Analysten zufolge zu breit.
Samsungs Modellpalette ist Analysten zufolge zu breit.(Foto: picture alliance / dpa)

Billigkonkurrenz verhagelt Rendite: Samsung verkleinert Smartphone-Palette

Die Konkurrenz billiger Handy-Produzenten aus China drückt auf Samsungs Margen. Mit einer verkleinerten Produktpalette wollen die Koreaner Kosten einsparen. Das angestrebte Renditeziel ist dennoch optimistisch.

Nach dem schlechtesten Quartalsergebnis seit fast drei Jahren steuert Samsung um. Der Konzern werde im kommenden Jahr deutlich weniger Smartphone-Modelle bauen, sagte ein Sprecher. Zuvor hatte der für Anleger zuständige Manager Robert Yi angekündigt, Samsung werde die Zahl der Modelle sogar um bis zu ein Drittel verringern.

Samsung hatte Ende Oktober einen drastischen Gewinnrückgang vermeldet: Von Juli bis September halbierte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 4,2 Billionen Won (3,15 Milliarden Euro). Als einziger Hersteller verkaufte der Marktführer zudem weniger Smartphones als vor einem Jahr.

Mit dem Beschluss zur Verkleinerung der Produktpalette reagiert der Konzern auf den wachsenden Wettbewerbsdruck in der Branche. Samsung versucht, Kosten zu senken, um mit billigeren Smartphones konkurrieren zu können. Samsung werde "die Zahl der Komponenten erhöhen, die gleichzeitig in Modellen des mittleren und unteren Segments genutzt werden, so dass wir weitere Größenvorteile nutzen können", hatte ein Manager der Mobilsparte von Samsung bereits im Oktober angekündigt.

Mit einer verkleinerten Angebotspalette könne Samsung angesichts der nachlassenden Nachfrage für Galaxy-Smartphones seine Lagerbestände und Lieferketten besser steuern, sagen Analysten. Robert Cihra, ein Analyst der Investmentberatung Evercore ISI, lobte den Vorstoß von Samsung. Er sagt, es sei "an der Zeit gewesen", dass der Konzern die Zahl seiner angebotenen Smartphone-Modelle verringere, um sich stärker aufs Kostensenken konzentrieren zu können.

Zurück zur zweistelligen Rendite

Zehn Quartale in Folge hatte Samsungs operative Gewinnmarge bei mehr als 15 Prozent gelegen. Aber in dem Quartal zwischen Juli und September sanken die Margen im Geschäft mit mobilen Geräten und IT auf nur noch sieben Prozent - den niedrigsten Wert seit Ende 2008, als das erste Galaxy Smartphone noch nicht auf dem Markt war. Samsungs Top-Manager räumten den Margenverfall in einer Telefonkonferenz im Oktober ein und erklärten, dass sie ab nächstem Jahr eine nachhaltige Marge in zweistelliger prozentualer Höhe ansteuerten.

Analyst Cihra schrieb jedoch in einer Notiz an seine Kunden, dass dieses Margenziel möglicherweise zu optimistisch sei, weil der Druck von kostengünstig produzierenden Handy-Produzenten aus China so hoch sei. Zu diesen Rivalen zählten etwa Xiaomi und Huawei Technologies. Cihra schätzt, dass Samsungs Gewinnspannen auch im nächsten Jahr noch unter 10 Prozent liegen werden.

Quelle: n-tv.de

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