Wirtschaft
Kugellager der Schaeffler-Gruppe sind auf der Hannover-Messe ausgestellt. Das erste Halbjahr verlief eher mau.
Kugellager der Schaeffler-Gruppe sind auf der Hannover-Messe ausgestellt. Das erste Halbjahr verlief eher mau.(Foto: REUTERS)

Bestellrückgang in Industriesparte: Schaeffler tritt auf der Stelle

Die Autosparte brummt, doch im Industriezweig knirscht es heftig: Der Wälzlager-Hersteller Schaeffler setzt im ersten Halbjahr weniger um und muss seine Jahresprognose zusammenstreichen. Immerhin verdient das Unternehmen mehr - dank der Conti-Dividende.

Wegen der schwachen Entwicklung in ihrer Industriesparte kommt die Schaeffler Gruppe im ersten Halbjahr nicht voran und streicht die Umsatzprognose. Der Automobil- und Industriezulieferer rechnet jetzt nur mit einem Umsatzwachstum von ein bis zwei Prozent für 2013. Zuvor hatte Schaeffler vier Prozent für das Gesamtjahr als Zielmarke ausgegeben. "Wir erwarten für die Sparte Automotive weiterhin ein nachhaltiges Umsatzwachstum über Markt. Die bisher schwache Umsatzentwicklung in der Sparte Industrie kann jedoch im zweiten Halbjahr voraussichtlich nicht mehr kompensiert werden", sagte Jürgen M. Geißinger, Chef bei der Schaeffler AG.

Die Weltwirtschaft erhole sich schleppend und die Konjunkturentwicklung in China sei schwach. Im Autogeschäft profitieren die Franken im krisengeschüttelten Europa von exportstarken Kunden wie Volkswagen. In den gut laufenden Pkw-Märkten Nordamerika und China zählen zudem Hersteller wie GM oder Ford zu den Abnehmern. Im Industriesektor gingen im zweiten Quartal überraschend wenig Bestellungen aus China ein, wie ein Sprecher erläuterte. Im Juli und August habe sich hier noch keine Trendwende abgezeichnet. Beim Auftragseingang gebe es jedoch Hoffnungsschimmer.

Angesichts der stabilen Ergebnissituation in der Sparte Automotive bekräftige das Unternehmen sein Profitabilitätsziel. Die Marge im operativen Geschäft soll im laufenden Jahr rund 13 Prozent erreichen.

Conti-Dividende beflügelt Überschuss

Maria-Elisabeth Schaeffler, Gesellschafterin der Schaeffler Gruppe, bei den Festspielen in Salzburg.
Maria-Elisabeth Schaeffler, Gesellschafterin der Schaeffler Gruppe, bei den Festspielen in Salzburg.(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen der unterschiedlichen Entwicklung in den Sparten Automotive und Industrie fiel der Umsatz der Schaeffler Gruppe in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Die Sparte Automotive steigerte die Erlöse um rund sechs Prozent auf rund 4,1 Milliarden Euro, während die Industriesparte wegen der bestehenden Unsicherheiten in den einzelnen Industriesektoren mit 1,5 Milliarden Euro rund 14 weniger erwirtschaftete. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel auf 724 Millionen Euro und die Marge lag bei 12,9 Prozent. Unter dem Strich verdiente der Konzern 561 Millionen nach zuletzt 504 Millionen Euro.

Dazu trug auch die Dividende bei, die die Schaeffler Gruppe von Continental bekommen hat und die mit 162 Millionen Euro doppelt so hoch ausfiel wie im Vorjahreszeitraum. Doch auch dort zog zuletzt Ernüchterung ein. Aktuell hält Schaeffler 49,9 Prozent der Continental-Aktien.

Verschuldung reduziert

Das Unternehmen hatte vor einigen Jahren rund 18 Milliarden Euro für den Continental-Anteil gezahlt. Der schuldenfinanzierte Deal ging allerdings nach hinten los, als die Kreditmärkte sich im Rahmen der Finanzkrise verschlechterten. Zum aktuellen Schuldenstand von Schaeffler hieß es im Halbjahresbericht, die Netto-Finanzschulden verringerten sich zum Ende des ersten Halbjahres gegenüber dem Vorjahr um 619 Millionen Euro auf rund 6,5 Milliarden Euro.

Schaeffler ist mit seinen Produktmarken INA, LuK und FAG ein weltweit führender Anbieter von Wälz- und Gleitlagerlösungen, Linear- und Direktantriebstechnologie sowie ein Zulieferer der Automobilindustrie für Präzisionskomponenten und Systeme in Motor, Getriebe und Fahrwerk. Das Unternehmen erwirtschaftete im vergangenen rund 11,1 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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