Wirtschaft
Leere Regale in einer alten Schlecker-Filiale. Viel ist hier nicht zu holen. Alle Gläubiger zusammen fordern aber gut eine Milliarde Euro aus der Insolvenzmasse.
Leere Regale in einer alten Schlecker-Filiale. Viel ist hier nicht zu holen. Alle Gläubiger zusammen fordern aber gut eine Milliarde Euro aus der Insolvenzmasse.(Foto: picture alliance / dpa)
Sonntag, 23. September 2012

Verwalter lehnt Forderungen ab: Schlecker-Kinder holen sich Korb

Viel Geld gibt es für die Schlecker-Gläubiger nach der Pleite des einstigen Drogerieriesen nicht zu holen - auch die Kinder des Unternehmensgründers, Lars und Meike Schlecker, könnten leer ausgehen.

Die Schlecker-Sprösslinge Meike und Lars scheitern mit ihrem Vorstoß.
Die Schlecker-Sprösslinge Meike und Lars scheitern mit ihrem Vorstoß.(Foto: picture alliance / dpa)

Die beiden Kinder des Schlecker-Gründers werden einem Magazinbericht zufolge wohl kein Geld aus der Insolvenzmasse der Drogeriemarktkette erhalten. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz habe die Forderungen von Lars und Meike Schlecker in Höhe von mehr als 160 Mio. Euro nicht anerkannt, berichtete die "Wirtschaftswoche".

"Der Verwalter hat sämtliche Forderungen bestritten", zitierte das Magazin einen Anwalt der Familie. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Schlecker-Kinder haben erklärt, auch sie hätten in den vergangenen Jahren und durch die Insolvenz "das Allermeiste verloren". Eine Logistikfirma, die für Schlecker tätig war und den beiden Kindern gehört, hatte ebenfalls Insolvenz anmelden müssen. Insgesamt haben fast 23.000 Gläubiger der pleitegegangenen Drogeriemarktkette Forderungen von mehr als einer Milliarde Euro beim Insolvenzverwalter angemeldet. Dieser hat bereits angekündigt, dass sie nicht viel Geld bekommen werden.

Unterdessen wird weiter wegen möglicher Insolvenzvergehen ermittelt. Auch eine Zahlung des Schlecker-Konzerns an das private Logistikunternehmen LDG von Lars und Meike Schlecker ist demnach Gegenstand des Verfahrens. Demnach habe der Konzern drei Tage vor Anmeldung der Insolvenz sieben Mio. Euro an die LDG überwiesen. Dabei habe es sich offenbar um eine Teilrückzahlung eines Kredits gehandelt.

Die einst größte deutsche Drogeriemarktkette war Ende Januar in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Die letzten Schlecker-Filialen schlossen Ende Juni ihre Türen.

Quelle: n-tv.de

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