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Harte Einschnitte bei Schlecker
Harte Einschnitte bei Schlecker(Foto: picture alliance / dpa)
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Rettung durch Kahlschlag: Schlecker halbiert Mitarbeiterzahl

Sortimente ergänzen, Preise senken, mehr als 2000 Filialen schließen und fast 12.000 Mitarbeiter entlasten: Der Sanierungsplan von Schlecker ähnelt eher einem Kahlschlag. "Wir brauchen einen kompromisslosen Kulturwandel bei Schlecker", sagt der Insolvenzverwalter. Neue Investoren sollen auch ins Boot geholt werden.

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Bei der insolventen Drogeriemarkt-Kette Schlecker verlieren fast 12.000 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz sagte, es könnten nur rund 13.500 Arbeitsplätze erhalten werden. Von den zuletzt noch mehr als 5000 Filialen sollen etwa 3000 bleiben. "Wenn diese tiefen Einschnitte nicht passieren, hat Schlecker keine Überlebenschance."

Die Analyse von Schlecker habe dramatische Ergebnisse gebracht. "Viele Probleme sind zu spät angegangen worden", kritisierte er die Unternehmensführung um Firmengründer Anton Schlecker. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen jeweils zweistellige Millionenverluste erlitten und drastische Umsatzeinbrüche hinnehmen müssen.

Neuer Investor wünschenswert

Geiwitz sieht offenbar wenig Chancen, dass die Kinder von Anton Schlecker, Meike und Lars, wie geplant den sanierten Konzern ihres Vaters aus eigener Kraft fortführen können. Ein neuer Investor für Schlecker sei wünschenswert, betonte er. Lars und Meike Schlecker hatten bereits kurz nach der Anmeldung der Insolvenz klargemacht, dass die Familie kaum noch Geld übrig habe.

Geiwitz betonte, die Drogeriekette dürfe nach der für Ende März geplanten Eröffnung des Insolvenzverfahrens keine Verluste mehr schreiben. Er sieht die Zukunft von Schlecker in einem Nahversorger in den Groß- und Vorstädten. Dazu sollen das Sortiment ergänzt und die Preise gesenkt werden. Damit solle bereits im Mai begonnen werden.

Geiwitz stellte sich damit gegen das von Experten ins Gespräch gebrachte Dorfladen-Konzept. "Wir brauchen einen kompromisslosen Kulturwandel bei Schlecker", sagte der Insolvenzverwalter. Die Tochter Ihr Platz, die ebenfalls in die Insolvenz gerutscht ist, sei von den Maßnahmen zunächst nicht betroffen.

Quelle: n-tv.de

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