Wirtschaft
Leerstehende Schlecker-Filiale: Fünf Klagen gegen illegale Preisabsprachen hat der Insolvenzverwalter eingereicht.
Leerstehende Schlecker-Filiale: Fünf Klagen gegen illegale Preisabsprachen hat der Insolvenzverwalter eingereicht.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 11. Januar 2017

Preisabsprachen für Süßwaren: Schlecker musste Millionen an Kartelle zahlen

Die Drogeriemarktkette Schlecker soll über Jahre hinweg Millionen zu viel für Zucker und Süßwaren bezahlt haben. Das sagt der Insolvenzverwalter und macht damit den ehemaligen Beschäftigten neue Hoffnung auf Entschädigung.

Für ehemalige Beschäftigte und Vermieter der pleitegegangenen Drogeriemarktkette Schlecker gibt es neue Hoffnung auf Entschädigung. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat weitere Klagen gegen Unternehmen auf den Weg gebracht, die Schlecker mit verbotenen Preisabsprachen um hohe Summen gebracht haben sollen. Betroffen seien ein Zuckerhersteller und andere verschiedene Süßwarenhersteller.

Damit erhöht sich die Zahl der Kartelle, gegen die Geiwitz gerichtlich vorgeht, auf fünf – darunter Hersteller von Kaffee, Drogerieartikeln und Waschmittel. Der Insolvenzverwalter wirft ihnen vor, Schlecker über viele Jahre durch Kartellabsprachen geschädigt zu haben. Das zu viel bezahlte Geld fordert er nun zurück.

"In Insolvenzverfahren war es bisher unüblich, Kartellanten auf Schadensersatz zu verklagen", sagte Geiwitz dem "Handelsblatt". "Wir versprechen uns davon aber sehr viel. Die Kartelle sind eindeutig belegt und das Bundeskartellamt hat entsprechende Bußgelder verhängt." Er könne beweisen, dass auch Schlecker überhöhte Preise gezahlt habe.

Die Drogeriemarktkette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Im Sommer desselben Jahres stimmten die Gläubiger für eine Zerschlagung des Unternehmens. Lieferanten bekamen ihr Geld fast komplett zurück, die 25.000 Beschäftigten und hunderte Vermieter gingen leer aus. Anfang März beginnt in Stuttgart ein Prozess gegen den Anton Schlecker und seine Familie wegen möglicher Straftaten im Zusammenhang mit der Pleite.

Quelle: n-tv.de

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