Wirtschaft
Kanada wirft Schokoladenherstellern vor, Preise abgesprochen zu haben.
Kanada wirft Schokoladenherstellern vor, Preise abgesprochen zu haben.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Nestlé und Mars haben ein Problem: Schokoladen-Kartell in Kanada?

Die Schokoladenfirmen Nestlé und Mars stehen in Kanada unter dem Verdacht, Preise abgesprochen zu haben. Die Kartellbehörde spricht von "ungeheuerlichem wettbewerbsfeindlichem Benehmen", das eine "ernste Straftat" darstelle.

Die kanadischen Wettbewerbshüter werfen den Schokoladenherstellern Nestlé und Mars Preisabsprachen vor. Die Kartellbehörde teilte mit, auch die kanadische Tochter des US-Konkurrenten Hershey sei betroffen. Sie könne aber wegen ihres zu erwartenden Geständnisses und ihrer Zusammenarbeit mit den Ermittlern mit einer vergleichsweise milden Behandlung rechnen. Hershey gab sich zerknirscht, äußerte sein Bedauern und wies die Verantwortung früheren Managern zu.

Nestlé und Mars kündigten dagegen an, sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr zu setzen. Die Vorwürfe sind das Ergebnis von fünfjährigen Ermittlungen der kanadischen Behörden. 

Die kanadische Kartellbehörde sprach von "ungeheuerlichem wettbewerbsfeindlichem Benehmen", das den kanadischen Verbrauchern schade und eine "ernste Straftat" darstelle. Bei Ermittlungen seien Beweisstücke für eine Verschwörung gefunden worden, bei der die Preise für Schokoladenprodukte festgelegt wurden. Davon betroffen waren demzufolge bekannte Marken wie KitKat, Twix, Snickers, Bounty und M&M's.

Neben den Konzernen beschuldigen die Wettbewerbshüter auch drei frühere oder heutige Manager der beiden Unternehmen sowie eines kanadischen Lebensmittelgroßhändlers. Bei einem Schuldspruch drohen ihnen bis zu fünf Jahre Gefängnis und Geldstrafen in Höhe von umgerechnet bis zu sieben Millionen Euro.

Millionenstrafen in Deutschland

In Deutschland hatte das Bundeskartellamt 2008 Ermittlungen wegen des Verdachts auf illegale Preisabsprachen für Schokoladenprodukte gegen sieben Unternehmen eingeleitet, darunter Nestlé und Mars. Die Unternehmen hatten die Preiserhöhungen damals mit den erhöhten Rohstoffkosten begründet.

Im März verhängte das Bundeskartellamt gegen Nestlé Deutschland ein Bußgeld in Höhe von rund 20 Millionen Euro wegen unzulässigen Austauschs wettbewerbsrelevanter Informationen mit anderen Unternehmen. Zuvor waren bereits Kraft Foods Deutschland, Unilever Deutschland und die August Oetker KG mit Bußgeldern von etwa 38 Millionen Euro bestraft worden.

Quelle: n-tv.de

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