Wirtschaft

Quelle-Kündigungen alle rausSchwarzer Tag bei Arcandor

25.09.2009, 16:21 Uhr

Tausenden Mitarbeitern des insolventen Arcandor-Konzerns sind nun gekündigt worden. Bei der Konzerntochter Primondo/Quelle wurden bis zum Freitag sämtliche Kündigungen ausgesprochen.

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Für viele Mitarbeiter ist das Kapitel Quelle jetzt beendet. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Tausenden Mitarbeitern des insolventen Arcandor-Konzerns ist gekündigt worden. Bei der Konzerntochter Primondo/Quelle sind bis zum Freitag sämtliche Kündigungen ausgesprochen worden. Dies teilte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ernst Sindel in Nürnberg mit. Insgesamt werden bundesweit rund 3.100 der 10.500 Mitarbeiter ihren Job verlieren, davon mehr als 1.700 in Bayern.

Von den Kündigungen seien aber "nur" 2.700 bis 2.800 Menschen betroffen, sagte Sindel. Die übrigen hätten bereits vorher selbst gekündigt. Die Auslese sei ein sehr schwieriger Prozess gewesen. "Das geht an die Nieren." Soweit möglich, sei mit den Betroffenen ein persönliches Gespräch geführt worden. Die Kündigungen wurden zum Jahresende ausgesprochen. Rund 500 Mitarbeiter erhielten aber das Angebot, bereits zum 1. Oktober in eine Transfergesellschaft zu wechseln, wo sie weiterqualifiziert und auf neue Arbeitsplätze vermittelt werden sollten. Wie viele von ihnen davon Gebrauch machen werden, soll sich laut Sindel bis Mitte nächster Woche entscheiden.

Für die restlichen gekündigten Primondo-Mitarbeiter solle bis zum Jahresende ebenfalls die Finanzierung einer Transfergesellschaft erreicht werden. Dazu bedürfe es allerdings noch der Zustimmung der EU-Kommission. Ingesamt beschäftigt die betroffene Sparte rund 10.500 Mitarbeiter. Jene 7.400 Mitarbeiter, denen bisher nicht gekündigt worden ist, sollen nach der Übernahme der Unternehmensteile durch neue Investoren bei Primondo und Quelle auch beschäftigt bleiben.

Interessierte Investoren

Der Sprecher sagte, derzeit gebe es vier interessierte Investoren. Ein Käufer für Primondo könne im Oktober oder November feststehen. Laut "Focus" könne für die Arcandor-Tochter Karstadt dagegen frühestens im neuen Jahr ein Käufer gefunden werden. Grund sei, dass die Interessenten zunächst beobachten wollten, wie das Weihnachtsgeschäft in den Karstadt-Kaufhäusern laufe.

Beim Arcandor-Konzern war zu Beginn des Monats eines der größten Insolvenzverfahren in der Geschichte der Bunderepublik eröffnet worden. Zuvor war es nicht gelungen, einen Käufer für den gesamten Konzern zu finden. Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hatte zugleich seinen Hut genommen. Er hatte für sechs Monate Arbeit, in denen er Arcandor nicht vor der Insolvenz hatte retten können, eine Abfindung von 15 Mio. Euro erhalten.

Quelle: sla/AFP/dpa