Wirtschaft
Schweizer Emmentaler: Russische Importeure haben versucht, in dem Land auch an ausländische Käsesorten zu gelangen.
Schweizer Emmentaler: Russische Importeure haben versucht, in dem Land auch an ausländische Käsesorten zu gelangen.(Foto: picture alliance / dpa)

Russen sehnen sich nach Gouda: Schweiz hilft nicht bei Sanktions-Umgehung

Von den russischen Einfuhrbeschränkungen ist die Schweiz derzeit noch ausgenommen. Das wollen sich europäische Lebensmittel-Exporteure zunutze machen und die Alpenrepublik als "Transitland" einspannen. Doch die Eidgenossen lehnen ab.

Die Schweizer Regierung will europäischen Nahrungsmittelherstellern nicht dabei helfen, das Embargo für den russischen Markt zu umgehen. Dem Bundesamt für Landwirtschaft zufolge hätten einige Lebensmittelproduzenten versucht, das Land als Transitmöglichkeit für Exporte nach Russland zu nutzen. Die Schweiz erteilte den Versuchen jedoch eine Absage.

Wie ein Behördensprecher erklärte, müsse die Schweiz allen Nahrungsmittelausfuhren Hygienezertifikate ausstellen. Dies könnte sie für Produkte, die nicht im Land selbst produziert wurden, nicht tun. Die Alpenrepublik ist von dem vom Kreml verhängten Einfuhrstopp für Lebensmittel aus westlichen Staaten ausgenommen, da sich das Land an den vom Westen verhängten Sanktionen gegen Russland nicht voll beteiligt.

Doch auch aus anderer Richtung wird versucht, das für seine Neutralität bekannte Land zur Umgehung der Einfuhrverbote zu nutzen: Russische Importeure hätten in der Schweiz, die für seine Käsespezialitäten wie Appenzeller, Emmentaler und Gruyère berühmt ist, wiederholt nach niederländischem Gouda oder italienischem Mozzarella gefragt.

Österreicher sollen mehr Äpfel essen

Die europäischen Nahrungsmittelexporteure bekommen die Auswirkungen der Importverbote für Obst, Gemüse, Fleisch-, Fisch- und Molkereiprodukte nach Russland bereits jetzt zu spüren. Stark betroffen sind beispielsweise die Niederlande, der zweitgrößte Agrarexporteur der Welt. Das dortige Statistikamt gab bekannt, dass Moskaus Sanktionen die niederländischen Exporteure mindestens 300 Millionen Euro kosten würden.

Österreich empfahl seinen Bürgern bereits eine ganz pragmatische Vorgehensweise, um den Ausfall des russischen Marktes für die heimischen Produzenten zu kompensieren: "Wenn jeder einen Apfel pro Woche mehr isst, dann können wir diesen Marktausfall im Obst- und Gemüsebereich schließen", sagte Österreichs ÖVP-Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter im Ö1-"Morgenjournal".

Auch Kliniken, Gastronomie und Großküchen sollten regionalen Lebensmitteln den Vorzug geben. Zuletzt war in Polen mit dem Slogan "Iss Äpfel gegen Putin!" auf die im Zuge der Ukraine-Krise von Moskau gegen europäische Länder verhängten Strafmaßnahmen reagiert worden.

Quelle: n-tv.de

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