Wirtschaft
Nach Insider-Informationen könnte der Deal die Schweizer etwa 1,5 Milliarden US-Dollar kosten.
Nach Insider-Informationen könnte der Deal die Schweizer etwa 1,5 Milliarden US-Dollar kosten.(Foto: picture alliance / dpa)

Ausbau des US-Geschäfts: Schweizer schlucken "Forrest Gump"-Pralinen

"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie, was man bekommt". Der Schweizer Schokoladenfabrikant Lindt hat nun genau das bekommen, was er haben wollte: Den Hersteller der Pralinen aus dem Film, aus dem das Zitat stammt.

Der Schokoladenhersteller Lindt verstärkt sein wichtiges US-Geschäft: Die Schweizer übernehmen den Süßigkeitenhersteller Russell Stover. Der Süßwaren-Produzent wurde weltweit durch den oscar-prämierten Film "Forrest Gump" mit Tom Hanks als Hauptfigur. Forrest Gump sitzt auf einer Parkbank, sinniert über das Leben und isst die Pralinen der US-Firma.

Mit dem Kauf eben jenes Herstellers baut Lindt seine Stellung im weltweit größten Markt für Premium-Schokolade aus. Angaben zum Kaufpreis machte Lindt nicht. Laut Insidern könnte der Deal ein Volumen von nahezu 1,5 Milliarden US-Dollar (1,1 Mrd. Euro) haben.

Die Übernahme des 1923 gegründeten US-Unternehmens ist der größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte von Lindt. Russell Stover konzentriert sich wie Lindt auf die Herstellung von Premium-Produkten und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund 500 Millionen Dollar (etwa 366 Mio Euro) Die Firma betreibt vier Schokoladenfabriken in Kansas, Texas und Colorado.

Schweizer in den USA bereits stark vertreten

Ganz überraschend kommt der Zukauf nicht. Gespräche zur Übernahme waren bereits durchgesickert. Dabei hatten sich Marktbeobachter allerdings überrascht darüber gezeigt, dass Lindt eine Übernahme in den USA im Visier hat. Der Schweizer Konzern ist in Nordamerika bereits stark vertreten und hatte im vergangenen Jahr mit einem Umsatz von gut 940 Millionen US-Dollar (689 Mio. Euro) rund ein Drittel der Gesamterlöse dort erzielt.

John Cox vom Analysehaus Kepler Cheuvreux war bisher davon ausgegangen, dass die Schweizer Zukäufe in Brasilien oder Russland erwägen würden. Beides seien große Märkte, in denen Lindt bisher nicht prominent vertreten sei.

Lindt ist deutlich größer als Russell Stover. Das in Kilchberg beheimatete Traditionsunternehmen erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 2,9 Milliarden (2,39 Mrd. Euro) Schweizer Franken und beschäftigt mehr als 8.900 Mitarbeiter. Auch im ersten Halbjahr lief es bei den Schweizern rund: Das organische Wachstum lag bei 9,2 Prozent deutlich über demjenigen der wichtigsten Gesamtschokolademärkte, die kaum noch Wachstumsimpulse aufweisen.

Quelle: n-tv.de

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