Mittwoch, 28. Oktober 2009
"Die Knochen liegen blank": Schwere Zeiten für Banken
Der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Schmitz, warnt vor neuen Bilanzlöchern. "Es wird zu Kreditausfällen kommen; das macht mir Sorgen - vor allem, weil diese Ausfälle ein geschwächtes Bankensystem treffen."
Andreas Schmitz ist nicht der einzige, der neue Löcher in den Büchern der Banken befürchtet.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Im Gespräch mit der Wochenzeitung "Die Zeit" sagte Schmitz weiter. "Die Knochen liegen ziemlich blank, da ist nicht mehr viel Fleisch dran." Betroffen sei vor allem der Landesbankensektor.
Schmitz warnte vor neuen Schieflagen im deutschen Finanzsektor: "Wenn die Konjunktur noch einmal kräftig einbricht oder wenn das Wachstum sehr viel geringer ausfällt, als wir es heute erwarten, kann es sein, dass der Finanzmarktstabilisierungsfonds noch einmal Kapital geben muss", sagte Schmitz.
Schmitz Äußerungen fallen auf fruchtbaren Boden. Auch andere Branchenexperten haben bereits den Zeigefinger auf die Wunden der Banken gelegt. Beileibe nicht alle Banken hierzulande stehen ihrer Ansicht so gut da wie die Deutsche Bank. Durch die Branche gehe ein tiefer Riss, heißt es. Für viele Häuser sei die Krise noch längst nicht ausgestanden.
Die neue Regierung forderte Schmitz auf, die Stützen für den Finanzsektor so schnell wie möglich wieder zurückzunehmen. "Der Staat muss sich rechtzeitig aus dem Finanzsektor zurückziehen. Banken ohne nachhaltiges Geschäftsmodell müssen fusioniert oder liquidiert werden. Wenn man sie künstlich am Leben erhält, dann verzerrt das den Wettbewerb - und wir legen das Fundament für die nächste Krise."
Schmitz sprach sich gegen Pläne aus, große Banken aufzuspalten, wie sie von der Koalition erwogen werden. "Ich bin da skeptisch. Zum einen gäbe es in Deutschland kaum Banken, die das beträfe. Und zum anderen glaube ich nicht, dass es Sinn macht, Banken zu zerschlagen. Wir brauchen starke, profitable Banken", sagte er.
ddi/ DJ
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