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Unersetzlich für die japanische Wirtschaft: In fast jedem Exportgut stecken Seltene Erden.
Unersetzlich für die japanische Wirtschaft: In fast jedem Exportgut stecken Seltene Erden.(Foto: REUTERS)

Chinas Quasi-Monopol wackelt: Japan entdeckt Seltene Erden

Für die japanische Elektro-Industrie tun sich neue Möglichkeiten auf: Für die nächsten 220 Jahre scheint die Versorgung mit unersetzlichen Rohstoffen aus der Gruppe der Seltenen Erden gesichert - sobald die Japaner eine Möglichkeit finden, die wertvollen Bodenschätze zu heben.

Symbol der Kontrolle: Über einer Lagerstätte in der Inneren Mongolei thront dieser Markstein mit der Inschrift "Willkommen in der Heimat der Seltenen Erden".
Symbol der Kontrolle: Über einer Lagerstätte in der Inneren Mongolei thront dieser Markstein mit der Inschrift "Willkommen in der Heimat der Seltenen Erden".(Foto: REUTERS)

Japan hat unter dem Pazifik große Vorkommen seltener Erden entdeckt. Schlammproben vom Meeresboden nahe der östlichen japanischen Insel Minamitorishima deuteten darauf hin, dass sich dort rund 6,8 Mio. Tonnen der begehrten Mineralien befinden, sagte Professor Yasuhiro Kato von der Universität Tokio. Diese Menge entspräche dem 220-fachen derzeitigen Jahresbedarf Japans.

Zur Gruppe der Seltenen Erden zählen Experten insgesamt 17 verschiedene chemische Elemente, die besondere Eigenschaften besitzen und daher vor allem für die Elektro-Industrie von entscheidender Bedeutung sind.

Seltene Erden werden etwa benötigt, um Computer, Mobiltelefone, Batterien oder Flachbildschirme zu fertigen. Sie kommen auch in elektronischen Bauteilen von Windanlagen, Raketen, Elektroautos und vielen weiteren Gütern zum Einsatz.

Derzeit entfallen mehr als 90 Prozent der weltweiten Förderung auf USA erklären China Handelskrieg . Länder wie die Vereinigten Staaten hatten die Förderung aufgrund der hohen Kosten eingestellt. Die zuverlässige Versorgung mit Seltenen Erden hat nicht nur wirtschaftliche, sondern auch strategische Bedeutung.

Laut Kato befinden sich nahe des rund 2000 Kilometer südöstlich von Tokio mitten im Pazifik gelegenen Eilands insbesondere große Mengen Dysprosium, das für Motoren in Hybridautos benötigt wird.

Extremer Aufwand

Ein Problem müssen die Japaner allerdings noch lösen: Die Vorkommen befinden sich den Angaben zufolge 5600 Meter unter dem Meeresspiegel. Kato geht davon aus, dass innerhalb von fünf Jahren unter Verwendung von Bohrtechnik aus der Erdölförderung mit der Förderung der seltenen Erden begonnen werden kann. Die Kosten - und damit die Wirtschaftlichkeit des gesamten Vorhabens - sind bislang kaum abzuschätzen.

Die Rohstoffförderung am Meeresgrund gilt als problematisch. Wissenschaftler weisen daraufhin, dass die Regenerationsfähigkeit der Ökosysteme in großer Tiefe sehr begrenzt ist. Darüber hinaus sei die Rolle von Tiefenströmungen im Pazifik und anderen Meeren längst noch nicht ausreichend verstanden, um verlässliche Aussagen zu den Umweltauswirkungen zu treffen.

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Quelle: n-tv.de

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