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Investitionen zusammengestrichen.
Investitionen zusammengestrichen.(Foto: dpa)

Ölpreisabsturz zehrt: Shell-Gewinn verringert sich drastisch

Beim Ölmulti Shell regiert der Rotstift: Rund 10.000 Stellen sollen gestrichen werden. Die fallenden Ölpreise setzen dem britisch-niederländischen Unternehmen massiv zu. Zudem muss der Konkurrent BG in den Konzern integriert werden.

Wegen des Ölpreisverfalls ist der Gewinn des Ölkonzerns Shell im vergangenen Jahr um 87 Prozent eingebrochen. Das britisch-niederländische Unternehmen vermeldete einen Nettogewinn von umgerechnet 1,94 Milliarden US-Dollar für 2015 - nach fast 15 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Shell leidet wie seine Wettbewerber unter dem scharfen Preisrückgang für Rohöl. Der Konzern hat bereits seine Investitionen zusammengestrichen und will rund 10.000 Stellen einsparen - im eigenen Unternehmen und bei dem Konkurrenten BG, den Shell übernehmen und komplett in den Konzern integrieren will.

Die Zustimmung der Aktionäre und der Behörden für die umgerechnet 62 Milliarden Euro teure Übernahme liegt bereits vor. Die Transaktion soll binnen Wochen abgeschlossen werden, wie Shell-Vorstandschef Ben van Beurden erklärte. Mit der Übernahme werde "ein neues Kapitel für Shell" aufgeschlagen.

BG ist Großbritanniens drittgrößter Energiekonzern, hervorgegangen aus der ehemaligen Firma British Gas. Das Unternehmen bietet eine starke Position bei verflüssigtem Gas (LNG). Nach vollzogener Übernahme wäre Shell doppelt so viel wert wie der Konkurrent BP und läge vor dem US-Wettbewerber Chevron. Größer wäre nur noch der US-Gigant ExxonMobil.

Der Ölpreis fällt bereits seit Mitte 2014; von damals rund 100 Dollar pro Barrel (159 Liter) rutschte er auf zuletzt rund 30 Dollar. Hintergrund ist ein Überangebot am Markt gepaart mit einer verhaltenen Nachfrage. Hinzu kommen Sorgen um die Konjunktur in China, dem größten Ölverbraucher der Welt.

Quelle: n-tv.de

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