Wirtschaft
Siemens verspricht sich durch den Verkauf der Hörgeräte-Sparte einen Milliardenerlös.
Siemens verspricht sich durch den Verkauf der Hörgeräte-Sparte einen Milliardenerlös.(Foto: picture alliance / dpa)

Milliardenerlös angestrebt: Siemens bastelt an Hörgeräte-Deal

2010 versucht Siemens erstmals, seine Hörgeräte-Sparte abzustoßen. Ein Käufer findet sich aber nicht. Nun startet der Dax-Konzern einen weiteren Versuch. Offenbar gibt es einen Interessenten.

Siemens steht möglicherweise vor dem Verkauf seiner Hörgerätesparte. Der deutsche Industriekonzern sei in fortgeschrittenen Gesprächen über den Verkauf des Bereichs, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Der Verkaufspreis könnte über 2 Milliarden Euro liegen.

Den Informationen zufolge könnte der Finanzinvestor EQT mit Sitz in Stockholm für ein Gebot ein Konsortium mit dem dänischen Hörgeräte-Unternehmen GN Store Nord bilden.

Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über den möglichen Verkauf berichtet und als wahrscheinlichsten Erwerber EQT genannt. Aber auch die Beteiligungsgesellschaft Permira und GN Store wurden als Bieter genannt. Siemens wollte die Informationen nicht kommentieren.

Siemens hatte im Frühling angekündigt, sich vom Hörgerätegeschäft trennen zu wollen. Damals war aber nicht von einem Verkauf, sondern von einem Börsengang die Rede gewesen.

Der jetzt zur Debatte stehende Verkauf ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. In der Bankenbranche hieß es bereits zu einem früheren Zeitpunkt, dass Siemens mit den 2 Milliarden Euro einen hohen Preis fordere. Es sei unklar, ob die Bieter bereit sind, so viel auf den Tisch zu legen, sagte der Informant. Einer weiteren Person zufolge könnte bereits im Oktober ein Vertrag über den Verkauf zustandekommen.

Konzernumbau schreitet voran

Siemens hatte schon einmal im Jahr 2010 versucht, die Sparte zu verkaufen. Auch damals gehörte Permira zu den Interessenten. Es fand sich letztlich aber kein Käufer, weil die Gewinnentwicklung der Hörgerätesparte rückläufig war.

Siemens befindet sich im Umbau und hat sich auch schon aus dem Hausgeräte-Joint-Venture mit Bosch zurückgezogen. Im Gegenzug hat sich der Münchner Konzern mit dem Ölfeldausrüster Dresser-Rand verstärkt.

Quelle: n-tv.de

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