Wirtschaft
Siemens lässt vom Solargeschäft ab.
Siemens lässt vom Solargeschäft ab.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Auf den Spuren von Bosch: Siemens macht Solarsparte dicht

Marktführerschaft in der Solarthermie: Dieses Ziel ruft Siemens 2009 mit der Übernahme von Solel aus. Nun die rigorose Kehrtwende: Das Dax-Schwergewicht steigt komplett aus dem Solargeschäft aus - und wie Bosch verbrennt Siemens eine enorme Summe Kapital dabei.

Der Technologiekonzern Siemens beendet nach vergeblicher Käufersuche sein Engagement im Solargeschäft. Es werde bis  Frühjahr 2014 komplett heruntergefahren, sagte ein Siemens-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Siemens werde laufende Projekte aber zuende bringen und auch die Gewährleistungspflichten in den nächsten Jahren erfüllen. Betroffen von dem radikalen Ausstieg sind demnach 280 Beschäftigte, vor allem in Israel.

Siemens hatte 2009 den israelischen Solarthermie-Spezialisten Solel für 284 Mio. Euro übernommen. Mit Solel wollte Siemens Weltmarktführer in der Solarthermie werden. Die Investition in die israelische Firma erwies sich allerdings als Fehlschlag.

Rund 1 Mrd. Euro operative Verluste

Ende Oktober 2012 hatte Siemens bereits angekündigt, den Ausflug ins Solargeschäft zu beenden und sich von dem Solargeschäft zu trennen. Damals hieß es, es würden Gespräche mit Interessenten geführt. Doch nun soll der Bereich geschlossen werden. Dies dürfte Siemens laut "Handelsblatt" noch einmal einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag kosten. Damit würden sich die Gesamtbelastungen für Siemens einschließlich der bisher aufgelaufenen operativen Verluste auf knapp 1 Mrd. Euro belaufen.

Siemens geht damit den gleichen Weg wie der Autozulieferer Bosch. Der hatte seinen Ausflug ins Solargeschäft mit rund 2 Mrd. Euro bezahlt und erst vor wenigen Wochen einen Schlussstrich gezogen. Betroffen davon ist vor allem der thüringische Standort Arnstadt.

Quelle: n-tv.de

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