Wirtschaft
Keine leichte Woche für Peter Löscher: Die schwache Konjunktur schlägt in der Siemens-Bilanz durch. Möglicherweise muss Löscher die Ziele deckeln.
Keine leichte Woche für Peter Löscher: Die schwache Konjunktur schlägt in der Siemens-Bilanz durch. Möglicherweise muss Löscher die Ziele deckeln.(Foto: REUTERS)

Gewinnwarnung voraus?: Siemens muss wohl kürzertreten

Wenn Siemens diese Woche seine Bücher öffnet, werden keine guten Nachrichten erwartet. Die Gewinne wollen nicht so sprudeln wie erhofft. Der Elektronikkonzern könnte deshalb seine Prognose kappen. Probleme bereitet nicht nur die Konjunkturflaute.

Diese Woche könnte für Siemens-Chef Löscher eine schwere werden: Der Technologiekonzern bewegt sich Medienberichten zufolge scheibchenweise auf eine Gewinnwarnung zu. Löscher werde am Donnerstag bei Vorlage der Quartalszahlen die Prognose zumindest "aufweichen", schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf Industriekreise. Zur Begründung wird auf die schlechte Konjunktur verwiesen.

Wenige Tage vor der Bilanzvorlage mehren sich die Berichte, Siemens könnte die Jahresberichte kappen. Bereits in der vergangenen Woche hatte die "Börsen-Zeitung" gemeldet, dass der Elektronikkonzern die angepeilten 4,5 bis 5,0 Mrd. Euro Überschuss aus fortgeführtem Geschäft nicht schaffen werde und nur noch das untere Ende der Spanne realistisch sei.

Erst kürzlich hatte Löscher im Interview mit dem "Handelsblatt" geklagt, dass der Welt eine Konjunkturlokomotive fehle. Darunter leide besonders das Siemens-Industriegeschäft, hieß es. Doch die Belastungen für Siemens gehen nicht ausschließlich auf Kosten der mauen Konjunkturlage. So fallen im zweiten Quartal Belastungen von mehr als 116 Millionen Euro im Bahngeschäft an, weil Siemens die neuen Eurotunnel-Züge nur verspätet liefern kann.

Weiter heißt es, der Konzern müsse die verlustreiche Solarsparte, von der er sich trennen will, wieder als fortgeführtes Geschäft bilanzieren, weil kein Käufer in Sicht sei. Das dürfte den Gewinn vor Steuern um mehr als 300 Millionen Euro mindern.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr musste Siemens bereits seine Prognose kappen. Statt der ursprünglich angepeilten sechs Milliarden Euro verdiente der Konzern letztlich 5,2 Mrd. Euro.

Nach dem Gewinneinbruch verordnete sich der Konzern ein hartes Sparprogramm. Sechs Milliarden Euro sollen bis 2014 eingespart werden, die Ergebnismarge der Sektoren soll mindestens 12 Prozent erreichen. In Deutschland sollen dafür Tausende Stellen gestrichen werden. Zudem soll vor allem beim Einkauf weniger ausgegeben und in der Konstruktion mehr auf die Kosten geachtet werden.

Trotz zahlreicher Sonderlasten trauen die Experten dem Konzern jedoch eine höhere Rendite zu. Die Aktie notierte am Morgen unverändert.

Quelle: n-tv.de

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