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Bei der Bahn und der Lufthansa stehen Arbeitsniederlegungen bevor - und mit der EVG gehen der Verhandlungen erst los.
Bei der Bahn und der Lufthansa stehen Arbeitsniederlegungen bevor - und mit der EVG gehen der Verhandlungen erst los.(Foto: picture alliance / dpa)

EVG stellt Lohnforderung: Signale stehen auf Streik

Auf Reisende kommen in absehbarer Zeit Streiks bei der Bahn und der Lufthansa zu. Sowohl die Piloten als auch ein Teil der Lokführer wollen die Arbeit niederlegen. Allerdings soll es keine parallelen Aktionen geben. Die Unternehmen mühen sich um eine Lösung.

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn fordert die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) sechs Prozent mehr Lohn. Für die rund 100.000 Mitglieder, die bei der DB AG beschäftigt sind, sollten es aber zugleich auch mindestens 150 Euro mehr pro Monat sein, teilte die EVG nach der Tagung der Tarifkommission mit. Die Verhandlungen werden durch die Konkurrenz der EVG mit der Lokführergewerkschaft GDL kompliziert, die bereits mit Streiks gedroht hat. Obendrein gärt auch der Konflikt bei der Lufthansa weiter.

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Zugleich will die EVG, dass die etwa 5000 bei ihr organisierten Lokführer wieder unter die Tarifregelungen der EVG fallen.  "Die in der EVG organisierten Lokführer wollen zurück in ihre Eisenbahnerfamilie", sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba. Nachdem der Grundlagentarifvertrag ausgelaufen sei, "werden wir wieder die Interessen aller unsere Mitglieder vertreten". Neben der Forderung nach mehr Geld sieht die EVG Anpassungsbedarf bei den Arbeitsbedingungen etwa für Lokrangierführer und Kundenbetreuer im Nahverkehr.

Die GDL hatte ein erstes Angebot der Arbeitgeberseite in der vergangenen Woche abgelehnt. Für Mittwoch wurde ein erster Protesttag in Fulda angekündigt. Die Bahn kritisierte das Vorgehen scharf.

Die Vereinigung Cockpit hatte am Freitag weitere Streiks angekündigt. Bereits im April hatten die Piloten drei Tage lang die Arbeit niedergelegt, 3800 Flüge waren damals ausgefallen. Haupt-Streitpunkt in der schon Monate dauernden Auseinandersetzung ist die Übergangsversorgung für Piloten, die in den Frühruhestand treten. Erst in zweiter Linie ringen beide Seiten um einen Gehaltskompromiss. Die Vereinigung Cockpit wollte zunächst nicht sagen, wann die mehr als 5000 Flugzeugführer den Dienst niederlegen.

Lufthansa fordert Rückkehr an Verhandlungstisch

Die Airline indes will einen Streik in letzter Minute abwenden. Personalvorstand Bettina Volkens rief die Pilotengewerkschaft zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf: "Wir sind konsensbereit und suchen einen Kompromiss". Noch am Nachmittag soll ein Schreiben an die Gewerkschaft gehen, um die Verhandlungen fortzusetzen.

Die bisherigen Gespräche hätten in einer konstruktiven Atmosphäre stattgefunden, sagte Volkens weiter. Daher verstehe die Lufthansa nicht, warum Cockpit diese für gescheitert erklärt habe. Man habe der Gewerkschaft angeboten, einen gemeinsamen Verhandlungsprozess festzuschreiben, an dessen Ende eine Schlichtung stehen könnte.

Ungeachtet aller Bemühungen rechnet die Lufthansa nach eigenen Angaben damit, dass Cockpit einen Ausstand 24 Stunden vorher ankündigen werde. Mehrtägige Streiks erwartet die Airline nicht. Lufthansa werde einen Sonderflugplan entwickeln, um wesentliche Strecken aufrechterhalten. Auf einen Ausstand sei man vorbereitet, betonte Europas größte Fluggesellschaft.

Dagegen will es Cockpit trotz "Abwägung von Passagierinteressen und der Effizienz eines Streiks" der Lufthansa nicht zu leicht machen, Ausfälle zu ersetzen.

Angesichts der drohenden Streiks wollen sich Lokführer und Piloten allerdings absprechen und parallele Streiks verhindern. "Wir Spartengewerkschaften gehen verantwortungsbewusst mit unserem Streikrecht um", sagte ein GDL-Sprecher.

Quelle: n-tv.de

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