Wirtschaft
Jérôme Kerviel war in zwei Verfahren verurteilt worden, weil er eigenmächtig und skrupellos 4,9 Milliarden Euro verzockte.
Jérôme Kerviel war in zwei Verfahren verurteilt worden, weil er eigenmächtig und skrupellos 4,9 Milliarden Euro verzockte.(Foto: picture alliance / dpa)

"Ich bin überglücklich": Skandalbanker mit Fußfessel entlassen

Er verzockt fast fünf Milliarden Euro und treibt eine französische Großbank fast in den Ruin. Nach dem Antritt einer dreijährigen Gefängnisstrafe im Mai ist Ex-Börsenhändler Kerviel schon wieder frei. Doch er muss für einige Zeit mit einer Fußfessel leben.

Nach etwa vier Monaten Haft ist der als Milliardenzocker bekanntgewordene Börsenhändler Jérôme Kerviel entlassen worden. Der 37-Jährige kam am Montagmorgen unter der Bewährungsauflage frei, bis Juni 2015 eine elektronische Fußfessel zu tragen.

Kerviel hatte im Mai seine dreijährige Haftstrafe angetreten, das Berufungsgericht in Paris verfügte in der vergangenen Woche seine Freilassung. Die Staatsanwaltschaft hatte sich zunächst gegen diesen Schritt gesperrt.

"Besser als auf neun Quadratmetern"

"Ich bin überglücklich, heute herauszukommen", sagte der Ex-Börsenhändler vor dem Gefängnis von Fleury-Mérogis bei Paris der ihn erwartenden Journalistenmenge. "Es ist immer besser, als auf neun Quadratmetern eingeschlossen zu sein". fügte er an. Kerviel will nun ein normales Leben führen und als Berater einer Informatikfirma arbeiten. In der Woche tagsüber sowie am gesamten Wochenende darf er die Wohnung verlassen.

Der frühere Mitarbeiter der Pariser Großbank Société Générale war in zwei Verfahren verurteilt worden, weil er eigenmächtig und skrupellos 4,9 Milliarden Euro verzockte. Wegen Untreue, Dokumentenfälschung und Manipulation von Computerdaten bekam er drei Jahre Haft, zwei weitere wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Kerviel hält sich für unschuldig. Er behauptet, sein früherer Arbeitgeber habe von den Spekulationsgeschäften gewusst und sie toleriert. Eine Reise nach Italien vor seiner Festnahme erregte Medienaufsehen, zumal Kerviel auch bei einer Generalaudienz von Papst Franziskus anwesend war. Es gebe keine Affäre Kerviel mehr, sondern eine Affäre Société Générale, sagte Anwalt David Koubbi nach der Freilassung seines Mandanten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen