Wirtschaft
Die Aufräumarbeiten gehen ins Geld - allerdings längst nicht so kräftig wie befürchtet.
Die Aufräumarbeiten gehen ins Geld - allerdings längst nicht so kräftig wie befürchtet.(Foto: dpa)

Nur 900 Millionen Euro: SoFFin dementiert Mrd.-Minus

Der deutsche Rettungsfonds für Banken weist Spekulationen um einen angeblich anfallenden Milliardenverlust zurück. Die Angaben seien falsch, heißt es aus der SoFFin-Zentrale. Die neue Zahl bleibt trotzdem noch im hohen dreistelligen Millionenbereich.

"Wieviel davon in der Endabrechnung bleibt, ist offen": Christopher Pleister.
"Wieviel davon in der Endabrechnung bleibt, ist offen": Christopher Pleister.(Foto: www.fmsa.de)

Der Bankenrettungsfonds SoFFin hat einen Bericht über einen Milliardenverlust in diesem Jahr zurückgewiesen. Die Angaben über einen erneuten Fehlbetrag wegen hoher Abschreibungen auf die Kapitalhilfen für die WestLB seien falsch, erklärte die Behörde. Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, der Verlust werde bei fast drei Mrd. Euro liegen. Das Blatt berief sich dabei auf Schätzungen von Mitgliedern des parlamentarischen Kontrollgremiums des SoFFin.

Nach Angaben des Fonds, mit dem der Bund in der Finanzkrise mehrere Banken gerettet hat, summiert sich der Verlust infolge von Wertberichtigungen per Ende September auf 900 Mio. Euro. Der gesamte Fehlbetrag seit Gründung betrage 23 Mrd. Euro. "Wieviel davon in der Endabrechnung bleibt, ist offen", erklärte SoFFin-Chef Christopher Pleister. "Wir arbeiten mit allen Kräften daran, den aufgelaufenen Fehlbetrag zu verringern."

Wer hat mit der "Bild" geredet?

Im vergangenen Jahr hatte der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) noch mehr als 13 Mrd. Euro Defizit ausgewiesen. Der SoFFin kann im Notfall Garantien in Höhe von 400 Mrd. Euro und bis zu 80 Mrd. Euro Kredit an Banken gewähren.

Den Bankenrettungsfonds hatte der Bund nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 gegründet und mit einer Bürgschaft über 480 Mrd. Euro ausgestattet. Zur Absicherung der Banken in der Schuldenkrise wurde der SoFFin in gleicher Höhe Anfang 2012 neu aufgelegt.

Ende November beschloss der Bundestag eine Verlängerung des Fonds um zwei weitere Jahre. Allerdings sollen künftig nicht mehr die Steuerzahler, sondern die Banken selbst für Fehlentwicklungen auf den Finanzmärkten haften.

Anfang 2015 soll dann ein europäischer Rettungsfonds seine Arbeit aufnehmen. Mit Hilfe des SoFFin rettete der Bund unter anderem die Immobilienbank Hypo Real Estate und die Commerzbank.

Quelle: n-tv.de

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