Donnerstag, 25. März 2010
Rasantes Wachstum erwartet: Solarworld trommelt
Der Bonner Sonnenenergiekonzern Solarworld sieht Deutschland trotz drohender Förderkürzungen weltweit weiter als Hauptabsatzmarkt für Solartechnik. Dieses Jahr würden sogar noch deutlich mehr Solaranlagen in Deutschland gebaut als 2009, prognostizierte Firmenchef Frank Asbeck. Dabei sorgt die Torschlusspanik der Kunden im Vorfeld der geplanten Kürzungen bereits zum Jahresauftakt für Vollauslastung. "Wir haben bis heute signifikant mehr Umsatz als vor einem Jahr gemacht", sagte Asbeck.
Asbeck bekräftigte, 2010 werde Solarworld die Milliarden-Umsatzgrenze "nachhaltig" überschreiten, nachdem diese 2009 erstmals knapp übertroffen worden war. Zum Gewinn wagte Asbeck ebenso wie schon die Vorstände von Q-Cells und Centrotherm keine Prognose. Die Auswirkungen der geplanten staatlichen Förderkürzungen auf die Preisentwicklung und die Nachfrage seien noch fraglich, hieß es bei den Managern unisono. Die für die zweite Jahreshälfte vorgesehenen Kürzungen von 16 Prozent für Dachanlagen sorgen derzeit für einen Nachfrageboom, der den Solarfirmen Vollauslastung beschert. Viele Hausbesitzer wollen sich bis zum Stichtag Anlagen zu den alten Konditionen sichern.
Bislang kein Obama-Effekt
Asbeck hofft auf lediglich moderat sinkende Preise, nachdem diese im vergangenen Jahr in Folge der Wirtschaftskrise bereits um rund 30 Prozent eingebrochen waren. Die geplanten Förderkürzungen verstärkten den Druck auf die Firmen, ihre Preise zu senken, erklärte er. Damit sänken auch die Renditen. Die Einbußen will Asbeck durch die anziehenden Geschäfte in den USA kompensieren. Bislang sei in den USA aber von einem sogenannten "Obama-Effekt" nichts zu spüren. Die Förderung dort werde nur langsam umgesetzt.
2009 hatte Solarworld wegen des Preisverfalls trotz Umsatzsteigerungen von rund zwölf Prozent einen Gewinneinbruch auf 59 (148,7) Millionen Euro verbucht. Die Aktionäre sollen dennoch eine um einen Cent auf 16 Cent angehobene Dividende erhalten.
rts
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