Wirtschaft

Futter für die Aktien-Rally?: Von Alcatel über Facebook bis ...

Die Zahlenflut geht munter weiter: In Europa werden die Ergebnisse des Netzwerkaussrüsters Alcatel-Lucent mit einem Kursfeuerwerk bedacht. Für gute Stimmung bei den Banken sorgt BNP-Paribas. In Amerika öffnen Facebook, MasterCard & Co. ihre Bücher.

BNP Paribas besser als erwartet

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Frankreichs größte Bank verdient im dritten Quartal dank Kostensenkungen mehr. BNP Paribas steigert den Überschuss um 2,4 Prozent auf 1,36 Mrd. Euro.Das ist etwas besser als erwartet. Die Einnahmen fallen dagegen um 4,2 Prozent auf 9,29 Mrd.Euro. Hier spiegeln sich die lange Rezession in Europa sowie Einbußen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren wider. BNP will bis 2015 rund zwei Milliarden Euro einsparen. Wachsen will die Bank in Asien, den USA und Deutschland. 

Alcatel-Lucent kämpft sich vor

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Der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent grenzt seinen Verlust im dritten Quartal ein. Zudem legt der Umsatz des Unternehmens, das einen harten Restrukturierungskurs mit Stellenstreichungen und Verkäufen angestoßen hat, vor allem Dank des starken US-Geschäfts zu. Der französisch-amerikanische Konzern verringert seinen Verlust auf 200 Mio. Euro von 316 Mio. Euro im Vorjahr. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis schafft es sogar in die schwarzen Zahlen. Es erreicht 116 Mio. Euro nach einem Verlust von 126 Mio. Euro im Vorjahr. Das sind erste Erfolge für Konzernchef Michel Combes, der das Unternehmen mit Stellenstreichungen und einer Spezialisierung auf wenige profitable Geschäftsfelder in die Gewinnzone führen will. Seit das Unternehmen 2006 aus einer Fusion der französischen Alcatel und der früheren amerikanischen AT&T-Tochter Lucent Technologies entstanden war, hat es fast nur Verluste gemacht.

Wacker mit Gewinneinbruch

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Der Spezialchemiekonzern und Halbleiter-Zulieferer Wacker Chemie verdient auch im dritten Quartal deutlich weniger Geld. Vor allem die sinkenden Preise für Solarsilicium und Halbleiterwafer drücken auf die Bilanz, daneben belastet der starke Euro die Geschäfte der Münchner. Der Gewinn sackt im Jahresvergleich um mehr als 80 Prozent auf 5,4 Mio. Euro ab. Dank einer höheren Absatzmenge ist der Umsatzrückgang mit knapp drei Prozent auf 1,17 Mrd. Euro weniger stark ausgeprägt. Bereits in den beiden Vorquartalen hatte der Konzern etwa unter der Solarkrise und dem Handelsstreit mit China gelitten.

ExxonMobil schwächelt

Der US-Ölgigant ExxonMobil kann sich dem Abwärtstrend der Branche nicht entziehen. Ein schwaches Raffinerie-Geschäft lässt auch bei den Texanern im dritten Quartal den Gewinn deutlich sinken. Unter dem Strich verdiente der Konzern aber immer noch 7,87 Mrd. Dollar (5,7 Mrd. Euro). Das sind18 Prozent weniger als vor einem Jahr. Analysten haben mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Gewinn pro Barrel in der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Kraftstoff sackt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf 17,54 Dollar und damit erstmals seit 2010 wieder unter die Marke von 20 Dollar ab. Diesen Rückgang konnten auch ein um 15 Prozent gestiegener Ölpreis in den USA und ein stärkeres Gasgeschäft nicht wettmachen.

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Schwindende Gewinne bei Shell und Total

Die Ölkonzerne Royal Dutch Shell und Total verzeichnen wegen  schwächerer Margen im Raffineriegeschäft einen Gewinnrückgang. Der Gewinn von Shell sank im dritten Quartal auf vergleichbarer Basis ohne Sonderposten um knapp ein Drittel auf 4,5 Mrd. Dollar . erwartet worden waren durchschnittlich fünf Milliarden Dollar. Als Grund führt das Unternehmen Produktionsausfälle in Nigeria an.

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Bei Europas zweitgrößtem Ölkonzern Total schrumpft der bereinigte Nettogewinn in den drei Monaten bis Ende September um rund ein Fünftel auf 2,7 Mrd. Euro. Dies ergebnis liegt nur leicht unter den Erwartungen der Analysten von durchschnittlich knapp 2,8 Mrd. Euro. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 46,7 Mrd. Euro zurück.

 

Sharp wieder in schwarz

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Der japanische Elektronikkonzern Sharp erwirtschaftet erstmals seit zwei Jahren wieder einen Nettogewinn im Quartal. Der Partner des fränkischen Fernsehgeräte-Herstellers Loewe profitiert von der Yen-Schwäche, die von der japanischen Regierung und der Notenbank zur Stützung der heimischen Wirtschaft forciert wurde. Auch eine Erholung der Nachfrage nach Solarzellen und Bildschirmen hat dazu beigetragen. Für das zweite Geschäftsquartal ergibt sich ein Überschuss von umgerechnet rund 100 Mio. Euro nach einem Verlust von 1,8 Mrd. Euro vor einem Jahr. Auch operativ kehrt Sharp in den drei Monaten bis Ende September mit einem Plus von 23 Mio. Euro die Gewinnzone zurück.

MasterCard sticht Visa aus

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Bei MasterCard klingelt die Kasse, weil immer mehr Menschen mit Kreditkarten einkaufen. Der weltweit zweitgrößte Anbieter nach Visa weist einen Gewinnanstieg im dritten Quartal um 14 Prozent auf 879 Mio. Dollar aus. Die Kreditkarten-Firmen versuchen vor allem in Schwellenländern zu wachsen, weil hier Zahlungen oft noch in bar erfolgen, elektronische Transaktionen aber immer beliebter werden. MasterCard kam im abgelaufenen Quartal beim Transaktionsvolumen auf ein Plus von 14 Prozent. Bei Visa waren es 13 Prozent.

Lufthansa schwächelt

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Restrukturierungskosten, ein starker Euro und eine geringe Nachfrage nach Frachtflügen versetzen der Deutschen Lufthansa im dritten Quartal des Jahres einen kräftigen Dämpfer. Leicht gesunkene Einnahmen lassen den operativen Gewinn auf 589 Mio. Euro schrumpfen. Das sind 12,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich sieht es noch schlimmer aus: Das Ergebnis je Aktie fällt um 31 Prozent auf 0,98 Euro.

Preisverfall belastet Evonik

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Der Spezialchemiekonzern Evonik hat im dritten Quartal weiter unter der lahmenden Branchenkonjunktur, dem starken Euro sowie dem Preisverfall bei wichtigen Produkten gelitten. Das Unternehmen sprach angesichts der weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen von einer soliden Entwicklung. Die Absatzmengen hätten sich spürbar erhöht. Insgesamt erwirtschaftete Evonik 3,2 Milliarden Euro und damit vier Prozent weniger als im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) brach um mehr als ein Viertel auf 518 Millionen Euro ein. Dank Immobilienverkäufen blieben unter dem Strich aber fast 1,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen 355 Millionen Euro verdient.

Air France mit Gewinnsprung

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Der Lufthansa -Rivale Air France-KLM verdient im dritten Quartal deutlich mehr. Der operative Gewinn klettert um 29 Prozent auf 634 Mio. Euro. Der zuletzt zum Dollar stark gestiegene Euro senkt die Rechnung für Treibstoff um 109 Mio. Euro. Der Umsatz stagniert allerdings bei 7,2 Mrd. Euro. Air France-KLM hatte zuletzt den Abbau von knapp 2900 Stellen angekündigt, um die Kosten zu senken und so gegen die schwache Konjunktur und die scharfe Konkurrenz zu kämpfen.

Hugo Boss setzt auf Weihnachtsgeschäft

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Der Bekleidungshersteller Hugo Boss rechnet trotz flauen Wachstums im Sommer weiterhin mit einer deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerung im Gesamtjahr. Von Juli bis September legten die Erlöse um zwei Prozent auf 658 Millionen Euro. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich wie erwartet um fünf Prozent auf 173 Millionen Euro. "Gegenüber dem ersten Halbjahr hat die Nachfrage in unseren eigenen Stores im dritten Quartal spürbar angezogen. Wir rechnen deshalb im vierten Quartal mit kräftigen Umsatz- und Ergebniszuwächsen", sagte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs.

Sony streicht Gewinnerwartung zusammen

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Der japanische Elektronikriese Sony senkt seine Jahresprognose angesichts geringerer Absatzerwartungen bei Digitalkameras und Flachbildfernsehern. Zum Bilanzstichtag 31. März 2014 dürfte unter dem Strich ein Gewinn von noch 30 Milliarden Yen anfallen (222 Millionen Euro). Im August hatte der Konzern noch mit einem Erlös von 50 Milliarden Yen gerechnet. Demnach dürfte Sony einen Umsatz von 7,7 Billionen Yen statt 7,9 Billionen Yen einspielen. Im zweiten Geschäftsquartal fiel ein Nettoverlust von 19,3 Milliarden Yen an nach 15,5 Milliarden Yen Minus im Vorjahr.

Facebook klar profitabel

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Für das weltgrößte soziale Online-Netzwerk Facebook zahlt sich der Trend zur mobilen Internet-Nutzung zunehmend aus. Der Umsatz schießt im dritten Quartal um 60 Prozent auf 2,02 Mrd. Dollar in die Höhe. Damit übertriff der Google-Konkurrent die Analystenerwartungen von 1,9 Mrd. Dollar deutlich. Im Berichtszeitraum erzielt das Netzwerk etwa 49 Prozent seiner Werbeeinnahmen auf Tablets und Smartphones - drei Monate zuvor waren es 41 Prozent.  Unter dem Strich stand ein Gewinn von 425 Mio. Dollar nach einem Verlust von 59 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Anleger sind begeistert. Die Facebook-Aktie legt im nachbörslichen Handel ein Kursfeuerwerk hin und schnellt um bis zu 15 Prozent in die Höhe.

Visa verdient deutlich weniger 

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Wegen höherer Steuerrückstellungen bricht der Gewinn des US-Kreditkartenanbieters Visa um 28 Prozent auf 1,19 Mrd. Dollar ein. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch von positiven Steuereffekten profitiert. Die Betriebseinnahmen erhöhen sich um neun Prozent auf 2,97 Mrd. Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit Einnahmen von 3,02 Mrd. Dollar gerechnet. Das Transaktionsvolumen steigt im Berichtszeitraum um 13 Prozent auf 1,1 Bill. Dollar. Visa kündigt einen Aktienrückkauf von fünf Milliarden Dollar an.

Starbucks lockt mehr Kunden an

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Kaffee ist und bleibt ein grandioses Geschäft für Starbucks. Im vierten Geschäftsquartal (Ende September) klettert der Umsatz um 13 Prozent auf 3,8 Mrd. Dollar (2,8 Mrd. Euro). Der Gewinn verbessert sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent auf unterm Strich 481 Mio. Dollar. Starbucks habe damit das beste Geschäftsjahr in seiner 42-jährigen Geschichte hinter sich, erklärte Firmenchef Howard Schultz. Nach einem Rekordjahr will die US-Kette weitere Hunderte Filialen eröffnen.

US-Konzern Kraft spürt Konsumschwäche

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Der US-Lebensmittelkonzern Kraft Foods bekommt die schwächere Nachfrage der Verbraucher zu spüren. Der Umsatz sinkt im dritten Quartal um gut vier Prozent auf 4,39 Mrd. Dollar. Trotzdem gelingt es Kraft den Gewinn zu steigern. Dank Kostensenkungen klettert er um gut sieben Prozent zum Vorjahr auf 500 Mio. Dollar.Kraft hatte sich 2012 in zwei Teile aufgespalten und die Snacksparte unter dem Namen Mondelez ausgegliedert. Unter diesem Namen sind nun weltweit bekannte Marken wie Milka oder Jacobs gebündelt. Kraft selbst steht dagegen für den kleineren nordamerikanischen Bereich mit der US-Getränke- und Käsesparte, das Geschäft mit Fertigprodukten sowie die Nicht-Snack-Sparten in Kanada.

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Quelle: n-tv.de

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