Wirtschaft
Die Zeiten waren schon einmal heiterer: Doch für November melden beide Länder starke Zahlen.
Die Zeiten waren schon einmal heiterer: Doch für November melden beide Länder starke Zahlen.(Foto: REUTERS)

Frankreich und Spanien überraschen: Sorgenkinder senden Lebenszeichen

Die Krisenländer Frankreich und Spanien bereiten der europäischen Wirtschaft Kopfzerbrechen. Nun weisen sie jedoch unerwartet starke Wirtschaftszahlen aus - auch zur Freude der deutschen Firmen. Am Reformbedarf ändert das aber nichts.

Frankreichs Präsident Francois Hollande (vorn) und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy.
Frankreichs Präsident Francois Hollande (vorn) und Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy.(Foto: REUTERS)

Die beiden Eurozonen-Sorgenkinder Frankreich und Spanien überraschen mit einer kräftigen Erholung der Industrieproduktion. In der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas sei die Herstellung im Verarbeitenden Gewerbe um 1,3 Prozent gestiegen, teilte die Statistikbehörde Insee mit. Die französische Notenbank rechnet nun für das letzte Jahresviertel auf Quartalssicht mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,5 Prozent.

Im dritten Quartal hatte noch ein Minus von 0,1 Prozent zu Buche gestanden. Die offiziellen Daten werden von der Statistikbehörde Insee am 14. Februar veröffentlicht.

Gutes Zeichen für Deutschland

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Der Anstieg der Produktion im November war mehr als dreimal so stark wie erwartet. Allerdings geht der Zuwachs zu einem Gutteil auf zeitlich begrenzte Faktoren zurück. So legte die Energieerzeugung wegen des kälteren Wetters merklich zu.

Für die deutsche Wirtschaft ist die Erholung dennoch eine gute Nachricht. Denn seit Jahr und Tag ist Frankreich ihr wichtigster Exportkunde. Etwa jeden zehnten Euro im Exportgeschäft nehmen die deutschen Firmen im Nachbarland ein.

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Trotz des Schlusspurts traut die EU-Kommission aber nur einen kleinen Aufschwung zu. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt um 0,9 Prozent wachsen und damit nur etwa halb so kräftig wie in Deutschland. Die hohe Arbeitslosigkeit dämpft den privaten Konsum. Viele Experten fordern Strukturreformen nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010.

Spanien berappelt sich

In Spanien kletterte die Produktion der Betriebe im November derweil so stark wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Plus von 2,6 Prozent, nach minus 1,3 Prozent im Oktober, wie das nationale Statistikamt mitteilte

Auch Umfragen unter spanischen Einkaufsmanagern hatten zuletzt für positive Signale gesorgt. Die gesamte Privatwirtschaft hatte demnach im Dezember so stark zugelegt wie seit fast sechseinhalb Jahren nicht mehr. Dennoch warnen Ökonomen vor zu viel Optimismus. "Es gibt in Spanien noch nicht viele Anzeichen für eine Erholung mit richtig viel Schwung", sagte Ben May vom Analysehaus Capital Economics.

Im dritten Quartal 2013 war die spanische Wirtschaft nach einer langen Rezession erstmals wieder minimal gewachsen. Im Gesamtjahr 2013 dürfte sie nach Ansicht der EU-Kommission dennoch um gut ein Prozent geschrumpft sein. Erst für das laufende Jahr sagt die Brüsseler Behörde wieder ein Wachstum von 0,5 Prozent voraus.   

Quelle: n-tv.de

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