Wirtschaft

Man muss zwischen den Zeilen lesenSpaniens Defizitziel wackelt

04.12.2012, 22:15 Uhr
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Spaniens Regierung packt den Stier bei den Hörnern: Reformen und Sparmaßnahmen haben aber auch negative Auswirkungen. (Foto: REUTERS)

Spaniens Wirtschaft kriselt gewaltig. Die Arbeitslosigkeit steigt. Da erscheint es nur logisch, wenn das angepeilte Defizitziel von 6,3 Prozent nicht erreicht wird. Noch bezieht die politische Führung nicht klar Stellung - aber es gibt Hinweise.

Die Chancen auf ein Erreichen seiner Haushaltsziele schätzt Spanien zum Ende des Jahres immer weniger optimistisch ein. Finanzminister Cristobal Montoro lehnte eine Bestätigung ab, dass das Euro-Land das mit der EU vereinbarte Defizitziel von 6,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) schaffen werde. Vielmehr verwies der Minister auf die Prognose der EU-Kommission, die von 7 Prozent ausgeht.

"Wir sollten uns nicht zu sehr auf diese magische Zahl von 6,3 (Prozent des BIP) konzentrieren", sagte Montoro. Wichtig sei, das Defizit zu reduzieren. "Je schneller desto besser, aber ohne die Rezession zu verschärfen."

Der erfolgreiche Sparkurs der autonomen Regionen sei allein noch keine Garantie, dass die Ziele erreicht würden, sagte Montoro weiter. In den 17 autonomen Regionen belief sich das Haushaltsdefizit Ende September auf 0,93 Prozent der Wirtschaftskraft. Um Sonderposten wie vorgezogene Überweisungen von der Zentralregierung in Madrid bereinigt waren es 1,14 Prozent des BIP, wie das Finanzministerium weiter mitteilte. Für das Gesamtjahr streben die Regionen des südeuropäischen Landes ein Defizit von 1,5 Prozent an. Die guten Zahlen seien keine Garantie dafür, dass dieses Ziel erreicht werde, sagte Finanzminister Montoro. Spanien dürfe in seinen Sparbemühungen nicht nachlassen.

Spaniens Wirtschaft steckt in einer Rezession. Die Arbeitslosigkeit explodiert. Vor allem die Jugendarbeitslosigkeit, die bei knapp 50 Prozent liegt, wird immer mehr zum Problem. Die Sparbemühungen und Reformen der Regierung stoßen bei den Bürgern auf wachsende Kritik.

Quelle: ntv.de, bad/DJ/rts