Wirtschaft
(Foto: picture alliance / dpa)

Deutlicher Rückgang: Spanische Verbraucherpreise überraschen

Gute Nachrichten für Spanien - schlechte Nachrichten für die EZB: In Europas viertgrößter Volkswirtschaft sinken die Preise. Das stärkt Verbraucher und Unternehmen. Und rückt wieder die Eurozonen-Notenbank in den Fokus.

Der Rückgang der spanischen Verbraucherpreise hat sich Ende 2014 deutlicher als erwartet verstärkt. Nach Mitteilung der Statistikbehörde sanken die am Harmonisierten Vebraucherpreisindex (HVPI) gemessenen Lebenshaltungskosten im Dezember mit einer Jahresrate von 1,1 Prozent. Ökonomen hatten ein Minus von nur 0,8 Prozent prognostiziert. Im November waren es 0,5 Prozent gewesen.

Genauere Angaben zur Preisentwicklung veröffentlicht die Behörde erst in der nächsten Woche. Der unerwartet starke Preisrückgang dürfte aber mit dem stark rückläufigen Ölpreis zusammenhängen.

Ökonomen betrachten den Ölpreisrückgang überwiegend als einen "positiven Schock" für die Volkswirtschaft, weil er Kaufkraft stärkt und die Kosten der Unternehmen senkt. Die Europäische Zentralbank (EZB) allerdings dürfte diese stärkeren deflationären Tendenzen auch mit Sorge sehen. Sie befürchtet, dass eine anhaltend niedrige oder sogar negative Inflation die Inflationserwartungen weiter drücken könnte.

Blick richtet sich wieder mal auf die EZB

Im Durchschnitt des Euroraums sind die Verbraucherpreise im November nur noch mit einer Jahresrate von 0,3 Prozent gestiegen. Für Dezember erwarten einige Beobachter bereits eine negative Inflation. Ob es schon jetzt so weit kommt, könnte sich am 5. Januar herausstellen, wenn das Statistische Bundesamt Dezember-Daten für Deutschland veröffentlicht. Daten zur Eurozone bringt Eurostat am 7. Januar.

Die EZB soll die Inflation im Euroraum bei knapp zwei Prozent halten. Diese Aufgabe muss sie allerdings nur "mittelfristig" erfüllen, was kein klar definierter Zeitraum ist. Laut EZB-Stabsprojektionen muss die Zentralbank zumindest davon ausgehen, dass Inflation selbst 2016 nur bei 1,3 Prozent liegen wird. Angesichts des deutlich gefallenen Ölpreises aber ist ein noch niedrigerer Wert wahrscheinlich.

Beobachter erwarten vor diesem Hintergrund, dass die EZB bei ihrer nächsten geldpolitischen Ratssitzung Ende Januar zusätzliche Maßnahmen zur Lockerung der Finanzierungsbedingungen zumindest vorankündigen wird. Spekuliert wird dabei vor allem über Staatsanleihekäufe.

Quelle: n-tv.de

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