Wirtschaft
"Einen Fall für die Einlagensicherung kann ich nicht erkennen": Georg Fahrenschon (Archivbild).
"Einen Fall für die Einlagensicherung kann ich nicht erkennen": Georg Fahrenschon (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 10. November 2015

Ein Fall für die Einlagensicherung?: Sparkassen fürchten HSH nicht

Was rollt da auf die deutsche Bankenbranche zu? Die Aussicht auf eine Abwicklung der HSH Nordbank scheint den Verband der deutschen Sparkassen nicht zu erschrecken. Die Pläne der EU-Kommission dagegen schon.

Die Sparkassen erwarten wegen der drohenden Abwicklung der HSH Nordbank keine Belastungen für das öffentlich-rechtliche Einlagensicherungssystem. "Für die HSH Nordbank gibt es durch die Verständigung mit der EU-Kommission einen klaren Fahrplan, um das Institut in eine gute Zukunft zu führen", bestätigte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon. "Einen Fall für die Einlagensicherung kann ich nicht erkennen."

Die EU-Kommission hatte der krisengeschüttelten HSH im Oktober die Pistole auf die Brust gesetzt: Die Mehrheitseigner des Instituts, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, müssen bis 2018 einen Käufer für die HSH finden - oder das notleidende Institut abwickeln. Die Sparkassen im Norden halten zwar nur rund fünf Prozent an der HSH, das Institut ist jedoch Mitglied in der gemeinsamen Einlagensicherung von Sparkassen und Landesbanken.

Die Überlegungen hinsichtlich der Einlagensicherung kommen nicht aus heiterem Himmel: Einige Sparkassen-Funktionäre fürchten, dass im Fall einer HSH-Abwicklung hohe Belastungen auf andere öffentlich-rechtliche Geldhäuser zukommen könnten.

Juncker plant EU-weite Absicherung

Wie Fahrenschon machte auch der Verbandspräsident der Genossenschaftsbanken, Uwe Fröhlich, erneut seinen Widerstand gegen die EU-Kommissionspläne für eine EU-weite Einlagensicherung deutlich. Ein solches System würde zu einer Transferunion mit einer grenzüberschreitenden Haftung führen, ohne dass die Risiken kontrolliert werden könnten, kritisierte Fröhlich.

Das von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker geplante Rückversicherungssystem werde von der gesamten deutschen Kreditwirtschaft abgelehnt. Ungeachtet des Widerstands deutscher Banken und der Bundesregierung will die EU-Kommission ihre Pläne zur EU-Einlagensicherung am 24. November vorlegen.

Quelle: n-tv.de

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