Dienstag, 29. November 2011
Santander soll Farbe ändern: Sparkassen sehen Rot
Den deutschen Sparkassen platzt im Farbenstreit mit dem Rivalen Santander der Geduldsfaden. Sie pochen auf das alleinige Recht am roten Farbton im Logo. Zwar beschäftigt sich die Justiz noch mit dem Problem, doch die Sparkassen wollen Fakten schaffen. Bis Ende Januar sollen alle Logos ausgetauscht werden.Die deutschen Sparkassen und die spanische Santander-Bank streiten um ihre roten Logos. Die Sparkassen fordern das iberische Institut auf, in Deutschland auf die Signal-Farbe zu verzichten, da die Sparkassen die einzigen Kreditinstitute in der Bundesrepublik seien, die diese Logo-Farbe nutzen dürften, sagte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). "Das Risiko, die Schilder zu verwechseln, ist groß", sagte der Sprecher.
Der Verband habe Santander schriftlich dazu aufgefordert, bis zum 16. Dezember die rote Farbe aus seinen deutschen Broschüren und von Werbeartikeln zu verbannen. Bis Ende Januar habe Santander Zeit, um das rote Logo, das über dem Eingang seiner rund 350 Filialen in Deutschland hängt, abzunehmen. Sollte die Santander Consumer Bank diese Vollstreckungsfrist verstreichen lassen, drohe ein hohes Ordnungsgeld.
Streit vor Gericht
Im Februar stimmte ein Hamburger Gericht in erster Instanz bereits der Kritik der Sparkassen zu und befand, die DSGV-Institute hätten in der deutschen Bankenlandschaft ein exklusives Recht an der Nutzung der roten Farbe. Santander ging dagegen in Berufung und leitete seinerseits ein Verfahren ein, wonach die Rechte der Sparkasse an dem Rotton gelöscht werden sollen.
"Wir wundern uns über das aggressive Verhalten des DSGV, weil das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, ein Löschungsverfahren läuft und daher der Ausgang des Verfahrens zumindest völlig offen ist", erklärte eine Santander-Sprecherin. Der Vorstandschef der deutschen Tochter, Ulrich Leuschner, sagte, nach dem Prinzip der Dienstleistungsfreiheit in Europa sollte jeder Dienstleister in der Farbe auftreten können, die ihm beliebe.
Seit Ende der 80er Jahre sei das Institut "weltweit in rot unterwegs" und habe heute "über 14.000 (rote) Filialen in mehr als 40 Ländern". Der Markenauftritt in allen Ländern werde zentral aus Madrid gesteuert.
nne/dpa/AFP
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