Wirtschaft
Georg Fahrenschon ist seit sechs Jahren DSGV-Präsident.
Georg Fahrenschon ist seit sechs Jahren DSGV-Präsident.(Foto: dpa)
Dienstag, 14. November 2017

Nach "Riesendummheit": Sparkassenchef Fahrenschon muss gehen

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband braucht einen neuen Chef. Sein bisheriger Präsident Fahrenschon stolpert über eine Steueraffäre. Er lässt sein Amt ruhen. Es gäbe "vernünftige Gespräche" über einen Amtswechsel, heißt es.

Das Sparkassen-Lager stellt Medienberichten zufolge die Weichen für eine Zukunft ohne ihren in eine Steueraffäre verstrickten Präsidenten Georg Fahrenschon. Die Chefs der regionalen Sparkassen-Verbände hätten auf einem Krisentreffen beschlossen, den DSGV-Präsidenten dazu zu bewegen, sein Amt bis zum Ende der Laufzeit im Mai 2018 ruhen zu lassen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Bis dahin solle der niedersächsische Sparkassen-Chef und DSGV-Vizepräsident Thomas Mang Fahrenschons Aufgaben übernehmen.

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Über Mai 2018 hinaus trafen die regionalen Sparkassenpräsidenten der "FAZ" zufolge noch keine Entscheidung. Vom DSGV war dazu keine Stellungnahme zu erhalten. Dem "Handelsblatt" zufolge finden derzeit "vernünftige Gespräche" über einen Amtswechsel statt.

Die mächtigen Regionalfürsten hatten auf Mangs Einladung in Hannover über Fahrenschons Steueraffäre beraten - allerdings ohne den DSGV-Chef. Eigentlich sollte Fahrenschon vorige Woche wiedergewählt werden. Doch einen Tag vor der geplanten Wiederwahl wurde bekannt, dass die Münchner Justiz gegen Fahrenschon wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt.

Der ehemalige bayerische Finanzminister räumte ein, er habe seine Steuererklärungen für 2012 bis 2014 verspätet beim Finanzamt eingereicht und sprach von einer "Riesendummheit". Zuletzt mehrten sich die Stimmen im öffentlich-rechtlichen Sektor, dass der 49-Jährige an der Verbands-Spitze nicht mehr zu halten sei.

Mehrere Sparkassen-Vertreter hatten vor der Sitzung gesagt, im Idealfall würde Fahrenschon von sich aus einen Rückzug signalisieren. Dann könnte er noch einigermaßen "gesichtswahrend" aus der Affäre herauskommen. "Der Schaden ist da. Man versucht, ihn so klein wie möglich zu halten."

Quelle: n-tv.de

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