Wirtschaft
Wie es um Europas Nutzfahrzeugflotte steht, ist für jeden aufmerksamen Autofahrer gut zu erkennen.
Wie es um Europas Nutzfahrzeugflotte steht, ist für jeden aufmerksamen Autofahrer gut zu erkennen.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Europas Lkw-Flotte altert: Spediteure sparen am Laster

Neue Daten aus dem Markt für Nutzfahrzeuge belegen die wirtschaftliche Schwäche in weiten Teilen Europas: Im vergangenen Jahr geht der Bedarf an Lkws, Bussen und Transportern im niedrig zweistelligen Bereich zurück.

Die schwache Nachfrage macht den europäischen Nutzfahrzeug-Herstellern weiter zu schaffen. Im Dezember kamen in der EU nur rund 126.000 Transporter, Lastwagen, Sattelschlepper und Busse neu auf die Straßen, wie der Herstellerverband ACEA bekanntgab. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von 23,4 Prozent.

Im gesamten Jahr 2012 sank die Zahl der EU-weit neuzugelassenen Nutzfahrzeuge um 12,4 Prozent auf knapp 1,7 Millionen Stück.

In Deutschland brachen die Neuzulassungen um 24,7 Prozent ein. Noch schlechter sah es in Spanien aus: Dort belief sich der Rückgang auf minus 34,2 Prozent. In Frankreich und Großbritannien schrumpften die Märkte um 21,3 und 15,5 Prozent. In Italien sah es mit einem Rückgang von 20,3 Prozent vergleichsweise düster aus.

Die Zulassungszahlen belegen, was Branchenkenner schon lange fürchten: Für die großen Lkw-Bauer wie Daimler, Volvo, Renault oder MAN ist weiter keine Entspannung in Sicht. Angesichts der eingetrübten Konjunktur werden weniger Waren transportiert. Die naheliegende Folge: Fuhrpark-Manager und Speditionen halten immer länger an ihren Fahrzeugen fest.

Chancen für den Wettbewerb

Für einen bislang nicht absehbaren Zeitpunkt in der Zukunft bedeutet dies jedoch gleichzeitig auch ein stetig wachsendes Potenzial: Je weniger Lkw ausgetauscht werden, desto schneller steigt das Durchschnittsalter der europäischen Nutzfahrzeugflotte. Irgendwann sind die Unternehmer zum Neukauf gezwungen.

Sobald sich die wirtschaftlichen Perspektiven aufhellen, dürften Logistikunternehmen und andere Großkunden daher EU-weit geneigt sein, bei der Modernisierung ihres Fahrzeugbestands gleich auf moderne, besonders sparsame und umweltfreundliche Fahrzeuge umzusteigen - und sich dabei eventuell auch auf einen groß angelegten Modellwechsel einzulassen.

Quelle: n-tv.de

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