Wirtschaft
Mit dem Verkauf von "Hamburger Abendblatt" und "Hörzu" hat Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner eine Zeitenwende eingeläutet.
Mit dem Verkauf von "Hamburger Abendblatt" und "Hörzu" hat Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner eine Zeitenwende eingeläutet.(Foto: picture alliance / dpa)

Entrümpler Döpfner sieht sich bestätigt: Springer profitiert von Digitalausrichtung

Der Medienkonzern Axel Springer steckt den Einbruch im Printgeschäft überraschend gut weg - dank seines digitalen Geschäfts. Konzernchef Döpfner sieht sich auf dem richtigen Weg. Springer wird auf digital getrimmt. Auch wenn es schmerzt, die alten Print-Wurzeln zu kappen.

Konzernchef Mathias Döpfner darf sich nach den Quartalszahlen in seinem radikalen Umbau des Konzerns bestätigt fühlen: Der Medienkonzern Axel Springer hat im zweiten Quartal weiter vom Ausbau des Internetgeschäfts profitiert. Die digitalen Medien, zu denen die Online-Anzeigenportale Immonet und Seloger sowie die Vermarktungsplattform Zanox gehören, lieferten die höchsten Beiträge zu Umsatz und Ergebnis. Das starke Wachstum im Digitalbereich konnte die Probleme, die der Verlag (Bild, Welt) mit den heimischen Zeitungen und Magazinen hat, allerdings nicht ganz ausgleichen. Umsatz und operativer Gewinn gingen deutlich zurück.

Zwischen April und Ende Juni schrumpften die Erlöse konzernweit um 0,9 Prozent auf 823,7 Millionen Euro. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging auf 171,6 (Vorjahr: 172,2) Millionen Euro zurück. Der Umsatz fiel damit schlechter als erwartet aus. Beim operativen Gewinn übertraf Axel Springer dagegen die Prognosen der Experten.

Döpfner verteidigt Verkauf von Print-Produkten

Angesichts der sinkenden Einnahmen mit Printprodukten konzentriert sich Springer seit Jahren immer stärker auf seine breitgefächerten Geschäfte im Netz. Mit dem Verkauf traditioneller Springer-Blätter an die Essener Funke Gruppe beschleunigt der Konzern diese Strategie nun noch einmal.

Döpfner hatte am 25. Juli angekündigt, die inländischen Regionalzeitungen sowie die Programm- und Frauenzeitschriften für 920 Millionen Euro verkaufen zu wollen. Damit trennt sich der Konzern unter anderem vom "Hamburger Abendblatt" und "Hörzu", die beide vom Verlagsgründer Axel Springer ins Leben gerufen wurden. Der Schritt wurde zum Teil als Ausverkauf des Journalismus interpretiert.

"Ich verstehe die Ängste, die dieser Schritt unter einigen Journalisten-Kollegen ausgelöst hat", sagte er. "Aber ich bin mir sehr sicher, dass wir dadurch mehr zur Zukunftssicherung des Journalismus beigetragen haben, als diejenigen, die in diesen Tagen so lautstark das Ende des Verlegertums beklagen", sagte Döpfner.

Bezahlmodell "Welt" zieht Bilanz

Erstmals nannte der Berliner Verlag auch Abo-Zahlen der digitalen Welt-Produkte, die sich seit dem vergangenen Dezember weitgehend hinter der Bezahlschranke befinden. Sie haben gegenwärtig mehr als 47.000 Abonnenten, was über 20 Prozent der gedruckten Auflage von 227.248 Exemplaren entspreche. Darüber hinaus hätten sich 27.000 Bezieher der gedruckten Zeitung auch für das Digitalangebot freischalten lassen.

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Quelle: n-tv.de

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