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Sprint hat ein Auge auf T-Mobile US geworfen.
Sprint hat ein Auge auf T-Mobile US geworfen.(Foto: REUTERS)

T-Mobile-US-Übernahme wackelt: Sprint stößt auf Widerstand

Der US-Telekomkonzern Sprint will den Mitbewerber T-Mobile US kaufen. Als Kaufsumme ist ein zweistelliger Milliardenbetrag im Gespräch. Die Behörden reagieren zurückhaltend. Sie wollen viele Wettbewerber - die Unternehmen indes viel Wettbewerb.

Die Pläne des US-Telekomkonzerns Sprint zur Übernahme des kleineren Rivalen T-Mobile USA könnten an Bedenken des Regulierers dort scheitern. Sprint überprüfe noch einmal, ob das Vorhaben angesichts der aufkommenden Kartellsorgen sinnvoll sei, sagten Insider. Die Sprint-Verwaltungsratsmitglieder Masayoshi Son und Dan Hesse hatten sich im Januar mit den Behörden wegen ihrer Pläne getroffen und immer gewusst, dass die angestrebte Übernahme von T-Mobile US kein Spaziergang wird. Doch die Heftigkeit des Gegenwinds habe sie dann doch überrascht, erklärte ein Informant. Die Parteien müssten die Informationen nun erstmal verarbeiten.

Allerdings muss der Widerstand des Regulierers nicht das Ende für die Pläne bedeuten. Der Sprint-Mutterkonzern Softbank von Masayoshi Son könnte an dem Vorhaben festhalten, weil die Wachstumsmöglichkeiten in den Vereinigten Staaten ohne einen Zukauf begrenzt seien. Sollten alle das Ziel weiterverfolgen, würde es aber Wochen oder sogar noch länger dauern, bis Sprint seine Strategie und die Argumente für die Regulierer zurecht gelegt habe, sagten die Insider weiter.

Mehr Wettbewerb vs. mehr Wettbewerber

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Sprint und die Deutsche-Telekom-Tochter T-Mobile US argumentieren, dass bei einem Zusammenschluss die Marktführer Verizon Wireless und AT&T Inc einen stärkeren Konkurrenten auf dem US-Markt bekommen. Die US-Regulierer vertreten dagegen derzeit die Auffassung, dass vier nationale Telekomkonzerne wichtig sind, damit der Markt wettbewerbsintensiv bleibt.

Bei dem Treffen mit den Managern vor einigen Woche habe die Behörde angedeutet, dass eine Fusion von Sprint und T-Mobile US die Regulierer nicht nur auf den Plan rufen werde, sondern es auch Schwierigkeiten geben könnte. Die Behörden wollten nun zu dem Thema keinen Kommentar abgeben.

Investoren klopfen Zahlenwerke ab

Das US-Justizministerium überprüft Fusionen generell auf mögliche Beeinträchtigungen des Wettbewerbs. Üblicherweise steht die Behörde Treffen wie jetzt mit Sprint recht aufgeschlossen gegenüber. Dabei achtet das Ministerium aber sehr darauf, sich nicht schon vorher zu stark in eine Richtung festzulegen.

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Die japanische Softbank hatte Sprint vergangenen Sommer übernommen. Der Manager Masayoshi Son gilt als die treibende Kraft hinter den Bemühungen für einen Zusammenschluss von Sprint mit T-Mobile. Softbank und die Deutsche Telekom, die rund zwei Drittel an T-Mobile USA hält, hatten bereits Gespräche über eine Fusion geführt.

In dieser Woche legen sowohl Softbank als auch Sprint ihre Ergebnisse vor. Dabei werden Investoren aufmerksam nach Hinweisen zu T-Mobile USA in den Geschäftsberichten suchen. Die Aussichten auf einen Zusammenschluss der beiden Firmen hatten den Aktien deutlich Rückenwind verschafft. Dieser könnte angesichts des Widerstands der Regulierer nun abflauen.

Kaufpreis könnte bei 50 Milliarden liegen

Über einen Deal zwischen Sprint und T-Mobile USA wird schon länger spekuliert. Vor zwei Wochen hieß es dann, dass Sprint von mindestens zwei Banken Vorschläge bekommen habe, wie das Unternehmen eine Übernahme des kleineren Wettbewerbers finanziell stemmen könne. Es geht dabei um eine Summe von rund 50 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen rund 31 Milliarden Dollar auf T-Mobile an sich, hinzu käme die Refinanzierung von rund 20 Milliarden Dollar an T-Mobile-Schulden.

Gemeinsam hätten Sprint und T-Mobile fast 53 Millionen Vertragskunden. Allerdings wäre ein fusioniertes Unternehmen immer noch weit von Verizon Wireless mit rund 95 Millionen und AT&T mit rund 72 Millionen Vertragskunden entfernt. Sprint und T-Mobile müssen schon seit Jahren kämpfen. Bis vor kurzem verloren sie jedes Jahr Kunden an AT&T und Verizon, zuletzt hat sich die Lage aber etwas aufgehellt.

Quelle: n-tv.de

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