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Montag, 10. April 2017

Pharmakonzern vor Milliardendeal: Stada geht an Investoren

Nach einem monatelangen Bieterkampf steht Stada kurz vor der Übernahme: Die beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven setzen sich mit ihrer Offerte beim Management durch - und lassen sich das Geschäft rund 5,3 Milliarden Euro kosten.

Im Bieterwettstreit um den Arzneimittelkonzern Stada unterstützt das Management das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven. Vorstand und Aufsichtsrat seien "nach eingehender Prüfung" zu der Einschätzung gelangt, dass dies im besten Interesse des Unternehmen und der Aktionäre sei, teilte der MDAX-Konzern mit.

Je Stada-Aktie bieten Bain und Cinven demnach 65,28 Euro und haben zudem eine Dividende von 72 Cent zugesagt. Die Offerte bewerte den Arzneimittelhersteller mit einem Unternehmenswert inklusive Schulden von 5,3 Milliarden Euro. Bedingung sei, dass Bain und Cinven mindestens 75 Prozent der Anteile angedient werden. "Vorstand und Aufsichtsrat werden die Angebotsunterlage nach Veröffentlichung prüfen", heißt es in der Mitteilung. Aus heutiger Sicht gingen beide Gremien davon aus, den Stada-Aktionären die Annahme der Offerte zu empfehlen.

Händler bewerteten das Übernahme-Angebot als "erstaunlich hoch". "Die höchsten Schätzungen am Markt lagen bei 60 bis maximal 62 Euro", sagte ein Experte. Für eine nichtstrategische Akquisition sei diese Prämie überraschend hoch. Möglicherweise wollten Bain und Cinven damit einem strategischen Investor zuvorkommen. Nun dürfte der Aktienkurs kräftig anziehen in Richtung des gebotenen Preises.

Verzicht auf Kündigungen

Stada hatte von zwei Bieterkonsortien jeweils rechtlich bindende Angebote erhalten. Neben Bain und Cinven hatte die Finanzinvestoren Advent und Permira mit Stada über eine Übernahme verhandelt. Die Offerte dürfte nun jedoch vom Tisch sein, da beide Bieterkonsortien die Zustimmung des Vorstands zur Bedingung für die Unterbreitung eines öffentlichen Übernahmeangebots gemacht hatten. Bislang wollten die Konsortien 58 Euro je Aktie bezahlen.

Bestehende Betriebsvereinbarungen und Tarifverträge sollten weitergeführt werden. Zusätzlich hätten sich die Finanzinvestoren im Grundsatz zu einem weitgehenden Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für vier Jahre bereit erklärt, die über die bereits in der aktuellen Geschäftsplanung vorgesehenen Personalmaßnahmen hinausgehen, erklärte Stada. Der Konzern stellt rezeptfreie Medikamente und Nachahmer-Mittel (Generika) her.

Quelle: n-tv.de

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