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Unternehmen sind besorgt: Stahlindustrie ächzt unter dem Streik

Nicht nur der Personenverkehr ist von dem GDL-Streik betroffen, auch Güterzüge bleiben stehen. Vor allem die Stahlindustrie leidet. Sie fürchtet, täglich Hunderttausende Tonnen Material nicht ausliefern zu können und rechnet mit einem Millionenschaden.

Der Streik der Lokführer beeinträchtigt den Schienengüterverkehr nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) stark. Der Güterverkehr transportiere versorgungsrelevante und zeitkritische Güter mit Vorrang, teilte die Bahn mit. Andere Züge fuhren daher "im Einvernehmen mit den Kunden" gar nicht. Insgesamt sei die Lage aber stabil und unter Kontrolle. Das DB-Logistikunternehmen Schenker Rail fahre rund die Hälfte der betroffenen Fuhren.

Die Stahlindustrie - nach eigenen Angaben größter Güterverkehrskunde der DB - äußerte sich besorgt, weil mehr als die Hälfte ihrer Rohstoffe und Fertigprodukte über die Schiene befördert werde. Es handle sich um täglich 200.000 Tonnen Rohstoffe wie Erz, Kohle und Schrott und um Produkte wie Bleche oder Stahlblöcke. Schenker Rail sei für die Stahlunternehmen der mit Abstand wichtigste Transportdienstleister auf der Schiene. Der Fünf-Tage-Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sei von den Unternehmen nicht aufzufangen, erklärte Hans-Joachim Welsch, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Wirtschaftsvereinigung Stahl in Düsseldorf.

Welsch rechnet mit einem Schaden und Zusatzkosten in zweistelliger Millionenhöhe. Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer sagte auf der Eröffnungssitzung des Stahltages, er habe den Eindruck, dass die GDL keine Lösung suche, sondern den Konflikt schüre. Kramer kritisierte, dass die Gewerkschaft eine Schlichtung ablehnt.

Quelle: n-tv.de

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