Wirtschaft
Momente der Gegenwart: Eine Kundin bei Starbucks spürt für einen Moment dem Zeitgeist nach.
Momente der Gegenwart: Eine Kundin bei Starbucks spürt für einen Moment dem Zeitgeist nach.(Foto: REUTERS)

Kaffeehauskette mit Regionalproblem: Starbucks verliert Geld in Europa

In der Konzernzentrale in Seattle wird gerätselt: Sind es die Sparzwänge der Schuldenkrise oder verlieren die Europäer schlicht die Lust am schnellen Kaffee aus dem Pappbecher? Die Verkaufszahlen fallen. Besonders in Deutschland spürt Starbucks die Zurückhaltung der Kunden. Europa-Chefin Gass will die Wende mit Gebäck einläuten.

Kümmert sich für den US-Konzern um die Geschäfte im Mittleren Osten, Afrika und Europa: Michelle Gass.
Kümmert sich für den US-Konzern um die Geschäfte im Mittleren Osten, Afrika und Europa: Michelle Gass.(Foto: REUTERS)

Die Europäer bestellen seltener Kaffee bei Starbucks. Vor allem in Deutschland sei das Geschäft zuletzt anhaltend schwach gelaufen, sagte Regionalchefin Michelle Gass bei der Vorlage der Geschäftszahlen. Sie gab sich aber zuversichtlich, dass Starbucks die Wende schafft - etwa mit regionalen Gebäck-Spezialitäten.

Starbucks schrieb im vierten Geschäftsquartal im Zeitraum von Juli bis September in der Region Europa, Naher Osten und Afrika einen operativen Verlust von annähernd 7 Mio. Dollar (rund 5 Mio. Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte der an der Nasdaq gelistete Konzern hier noch einen Gewinn von 3 Mio. Dollar erzielt. Die sogenannten vergleichbaren Verkäufe, die die Zahlen aus den bereits fest etablierten Filialen umfassen, schrumpften um 1 Prozent.

Im Rest der Welt konnte Starbucks dagegen kräftig zulegen. So stieg der Umsatz konzernweit um 11 Prozent auf 3,4 Mrd. Dollar (2,6 Mrd. Euro). Der Gewinn stagnierte unter anderem wegen einer höheren Steuerlast bei 359 Mio. Dollar. Im New Yorker Aktienhandel zeigten sich Anleger vor allem mit der neuen Gewinnprognose sehr zufrieden: Die Starbucks-Aktien gingen mit einem Aufschlag von 9 Prozent ins Wochenende.

Neues Wachstum in Indien und China

In Deutschland will das Unternehmen mit Filialen in Bahnhöfen mehr Kunden auf ihrem Weg zur Arbeit gewinnen. Bislang ist Starbucks hierzulande vor allem in Einkaufsstraßen vertreten.

Deutschland gilt dabei als große Herausforderung: Anders als im Heimatland USA trifft Starbucks hier auf eine starke Konkurrenz von klassischen Cafés und Brot soll Welterbe werden .

International ist Starbucks weiter auf Expansionskurs: Das Unternehmen hatte erst jüngst seine erste Filiale in Indien aufgemacht, weitere Läden sollen in dem Riesenland folgen. In China hat Starbucks bereits seinen 700. Laden eröffnet.

Weltweit ist geplant, im gerade angebrochenen Geschäftsjahr rund 1300 Filialen neu aufzumachen. Der Umsatz soll dadurch um 10 bis 13 Prozent steigen, der Gewinn soll noch stärker zulegen. Starbucks und seine Partner haben zuletzt weltweit fast 18.100 Läden betrieben, knapp 1900 davon in Europa und Umgebung.

Quelle: n-tv.de

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