Wirtschaft
Fernsehgeräte von Loewe werden für ihre Qualität geschätzt, sind aber teuer.
Fernsehgeräte von Loewe werden für ihre Qualität geschätzt, sind aber teuer.(Foto: picture alliance / dpa)

Produktion bleibt in Kronach: Stargate Capital kauft Loewe

Ein Münchner Investor übernimmt Loewe. Der Kaufpreis reicht allerdings nicht, um Gläubiger und Aktionäre des insolventen Fernsehgeräteherstellers auszuzahlen. Loewe wird vom Kurszettel verschwinden, dafür bleibt die Produktion, wo sie ist.

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Das Münchner Finanzunternehmen Stargate Capital übernimmt den kriselnden Fernsehgerätehersteller Loewe. "Wir sind sehr froh, dass es nach den Turbulenzen der letzten Wochen gelungen ist, einen starken Partner für Loewe zu finden", erklärte Vorstandschef Matthias Harsch. "Loewe kann nun endlich neu durchstarten."

Ein notarieller Kaufvertrag über den gesamten Geschäftsbetrieb sei von beiden Seiten unterzeichnet worden, hieß es. Der Kaufpreis liege im oberen einstelligen Millionenbereich, teilte Loewe weiter mit. Er reiche allerdings nicht aus, um sämtliche Insolvenzgläubiger vollständig zu befriedigen. Eine Zahlung an die Aktionäre werde deshalb nicht erfolgen. Die Kaufpreiszahlung und die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs durch den Erwerber und die beteiligten Banken seien in vollem Umfang gesichert. Das Unternehmen werde im Zuge der Übernahme von der Börse genommen.

Nicht alle Mitarbeiter bleiben

Der neue Eigentümer führt den Geschäftsbetrieb laut Mitteilung am Standort Kronach einschließlich der Produktion fort. Zudem übernimmt Stargate Capital auch die internationalen Tochtergesellschaften. Von den aktuell rund 525 Mitarbeitern dürfen jedoch nur 430 bleiben.

Durch die Übernahme von Stargate Capital blieben mehr Arbeitsplätze erhalten, als es bei den Erwerberkonzepten aller anderen Kaufinteressenten vorgesehen war, betonte Loewe-Finanzvorstand Rolf Rickmeyer. Die 95 Mitarbeiter, die nach dem Einstieg des Investors nicht übernommen werden sollen, stammen vor allem aus der Produktion und sollen bis Ende September weiterbeschäftigt werden. Von Oktober an sollen sie dann in eine Transfergesellschaft wechseln können. "Dass nicht alle Arbeitsplätze gerettet werden können, bedauere ich umso mehr, als es nicht zuletzt das Verdienst der Mitarbeiter ist, dass Loewe diese schwere Zeit überstehen konnte", sagte Rickmeyer.

Ende Februar war eine bereits zugesagte Übernahme von Loewe geplatzt. Eine Gruppe von Privatinvestoren trat wegen Finanzierungsproblemen von der bereits eingefädelten Übernahme des Traditionsunternehmens zurück. Loewe hatte im vergangenen Herbst nach einem jahrelangen Niedergang Insolvenz angemeldet. Die Kronacher konnten mit ihren verhältnismäßig teuren Geräten nicht der erdrückenden Konkurrenz aus Korea standhalten. Die Weltmarktführer Samsung und LG bieten ihre Geräte deutlich günstiger an. Hinzu kamen bei Loewe hausgemachte Probleme wie Entwicklungsverzögerungen und häufige Chefwechsel.

Quelle: n-tv.de

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