Wirtschaft
Benjamin Franklin auf der 100-Dolllar-Note
Benjamin Franklin auf der 100-Dolllar-Note(Foto: imago/Westend61)

Besserung nicht in Sicht: Starker Dollar frisst US-Konzerngewinne auf

Seit der Dollar zum Höhenflug angesetzt hat, kommen die großen US-Unternehmen nicht mehr vom Fleck: Der Wechselkurs frisst die Gewinne einfach auf. Während die US-Konzerne unter dem Dollarkurs ächzen, reiben sich Geschäftsleute andernorts die Hände.

Von Windeln über Limonade bis hin zum Bagger - am Verkauf dieser Produkte im Ausland haben US-Unternehmen in Zeiten der Dollar-Stärke immer weniger Freude. Seit die US-Währung Anfang des Jahres in neue Höhen gestiegen ist, kommen der Pampers-Hersteller Procter & Gamble (P&G), der Getränkeriese PepsiCo und der Baumaschinenproduzent Caterpillar auf internationalem Boden nur schwer vom Fleck. Sie alle verwiesen auf die zerstörerische Kraft des Greenback, als sie bei der Vorlage ihrer Bilanzen rückläufige Umsätze im abgelaufenen Quartal erklären mussten.

Besserung aus Perspektive der amerikanischen Konzerne ist nicht in Sicht. So macht sich der Konsumgüterriese P&G im Gesamtjahr sogar darauf gefasst, dass Währungseffekte den Umsatz um sechs bis sieben Prozent schrumpfen lassen. Neben der lockeren EZB-Geldpolitik macht die gleichzeitige Aussicht auf höhere Zinsen in den USA der Gemeinschaftswährung zu schaffen - und lässt die US-Devise glänzen.

Devisenmarkt-Experten zufolge ist die Parität, bei der Anleger für einen Euro einen Dollar bekommen, nur noch eine Frage der Zeit. Am Donnerstag waren für einen Euro noch 1,07 Dollar fällig.

Die Kehrseite der Medaille

Für amerikanische Unternehmen hat die Dollar-Stärke einerseits zur Folge, dass sie in der Bilanz bei der Umrechnung ihrer in Fremdwährungen wie dem Euro erzielten Gewinne Abschläge hinnehmen müssen. Internationale Geschäfte spülen also real weniger Geld in die Kassen. Um dies auszugleichen, müssten sie eigentlich die Preise für ihre Produkte auf den Auslandsmärkten erhöhen. Doch dann laufen sie Gefahr, im Buhlen um die Gunst der Kunden den Kürzeren zu ziehen. Die Dollar-Stärke führt also andererseits zu Nachteilen im Konkurrenzkampf außerhalb des Heimatmarktes.

Doch nicht nur für die Pampers- und Pepsi-Konzerne mit ihrer großen Präsenz in den Supermärkten ist die hohe Bewertung der heimischen Währung Gift. Auch das Pharmaunternehmen Eli Lilly klagt über den starken Dollar, die Gewinne schmolzen zusammen. Selbst Unternehmen ganz ohne greifbare Produkte wie Limo, Windeln oder Arzneien spüren die Folgen: So verzeichnete Facebook deshalb im Berichtsquartal das langsamste Umsatzwachstum seit zwei Jahren. Auch der Gewinn des Börsenbetreibers Nasdaq OMX brach ein.

Die Kehrseite der Medaille ist aber auch, dass europäische Unternehmen von der Schwäche der eigenen Devise profitieren. So konnte der französische Reifenhersteller Michelin Preisrückgänge mehr als wettmachen und seinen Umsatz im ersten Quartal steigern, wie der Conti-Rivale bereits am Mittwoch mitteilte.

Dass des einen Leid des anderen Freud sein kann, zeigte sich besonders deutlich schon am Dienstag an den Konkurrenten SAP und IBM: Der schwache Euro bescherte dem deutschen Softwarekonzern SAP einen Gewinnsprung, während die Dollar-Stärke den IBM-Umsatz im ersten Quartal kräftig sinken ließ. Währungsbereinigt hätte sich auch bei SAP ein - wenn auch geringer - Rückgang ergeben.

Quelle: n-tv.de

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