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Aufwertung der Schweizer Währung: Starker Franken freut die Schnäppchenjäger

Den einen freut's, den anderen nicht. Während einige Banken unter der derzeitigen starken Aufwertung des Schweizer Franken leiden, herrscht bei den Supermarktbetreibern in der Alpenrepublik beste Laune.

Des einen Freud, des anderen Leid. Dies gilt auch für die Aufwertung des Schweizer Franken. Einige Banken leiden unter dem starken Franken und die Finanzmärkte haben die Entscheidung der Schweizer Nationalbank, den Franken-Mindestkurs zum Euro aufzugeben in Aufruhr versetzt. Den Supermärkten bringt es hingegen zusätzliches Geschäft.

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In dem als teuer bekannten Alpenland zahlen Kunden derzeit für alle möglichen Waren deutlich weniger als bisher. Die in Basel ansässige Coop hat die Preise für mehr als 200 Obst- und Gemüsesorten, die sie aus der Europäischen Union einführt, gesenkt. Die zweitgrößte Einzelhandelskette des Landes will in den kommenden Wochen auch die Preise für importierten Fisch, Geflügel und Käse reduzieren. Doch nicht nur bei Coop können die Kunden auf Schnäppchenjagd gehen. Mit Sonderangeboten locken auch Möbel- und Modeketten sowie Reiseveranstalter.

Seit Donnerstag, als die SNB völlig überraschend den Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro aufgab, hat sich die Kaufkraft der Schweizer deutlich erhöht. Der Euro verlor zeitweise nahezu 30 Prozent gegenüber dem Franken. Am Montag wurde der Franken zum Euro im Bereich der Parität gehandelt.

"Für uns Hausfrauen ist dies eine willkommene Nachricht für die täglichen Einkäufe", freut sich Anita Müller, die am Montagmorgen ihre Einkäufe in der Bahnhofstraße in Zürich erledigte. Die Möbelkette Pfister preist ihren Kunden den "Eurowährungsvorteil" an. Für Stühle, Schränke und nahezu 1000 Haushaltswaren wurde die Preise um 30 Prozent und mehr gesenkt. Für einen hochwertigen Esszimmerstuhl zahlt man aktuell zum Beispiel nur knapp 100 Franken statt bisher knapp 200 Franken.

Aber nicht nur in Schweizer Läden klingeln die Kassen. Sie pilgerten auch zum Shopping über die Grenze nach Deutschland. Die Baseler Bahn musste dafür sogar mehr Züge auf der Strecke nach Weil am Rhein einsetzen.

TUI Suisse, einer der größten Reiseveranstalter der Schweiz, reduzierte die Preise für Pauschalreisen in die Region Mittelmeer um 15 Prozent. Mit dem "Eurorabatt" geht es preiswerter in die Sonne Griechenlands, Spanien, Italiens, Portugals und der Türkei. Günstigere Reisen bietet die auch in vielen Einkaufszentren vertretene Gesellschaft auch nach Marokko und Ägypten an. Die ersten Reaktionen seien "sehr positiv" gewesen, sagte Sprecher Roland Schmid. Für eine genauere Bewertung sei es noch zu früh.

Ab Mittwoch will auch der Schweizer Textileinzelhändler Tally Weijl die Preise um 15 Prozent senken.

Quelle: n-tv.de

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