Wirtschaft
1853 vom deutschen Auswanderer Steinweg gegründet - 160 Jahre später wohl verkauft.
1853 vom deutschen Auswanderer Steinweg gegründet - 160 Jahre später wohl verkauft.(Foto: picture alliance / dpa)

Finanzinvestor gibt Offerte ab: Steinway steht vor dem Verkauf

Die Liste der Stars ist lang: Klassikpianist Lang Lang, Jazzstar Diana Krall und Popmusiker Billy Joel spielen auf Steinway-Flügeln. Vor ihnen taten dies bereits Sergei Rachmaninoff oder Arthur Rubinstein. Im Jubiläumsjahr erhält der traditionsreiche Klavierbauer nun einen neuen Eigentümer - und der kommt aus einer Branche, die nicht unbedingt für Taktgefühl bekannt ist.

Der legendäre Pianohersteller Steinway bekommt einen neuen Besitzer. Für umgerechnet 438 Millionen Dollar (336 Millionen Euro) will der US-Finanzinvestor Kohlberg & Company das traditionsreiche Unternehmen erwerben. "Steinway wird seiner Mission treu bleiben, ohne jeden Kompromiss die besten Musikinstrumente herzustellen", versicherte Firmenchef Michael Sweeney. Vor rund 160 Jahren war das Unternehmen von einem deutschen Auswanderer in New York gegründet worden.

Der 1797 in Wolfshagen im Harz geborene Heinrich Engelhard Steinweg war 1850 in die USA ausgewandert und hatte dort zusammen mit seinen Söhnen ab 1853 das Unternehmen aufgebaut. Schnell erwarb sich Henry E. Steinway, wie er sich nun nannte, einen guten Ruf unter Musikern. Nach einer wechselvollen Geschichte und einer Übernahme durch einen anderen Instrumentenbauer folgte 1996 der Börsengang an der Wall Street. Das Aktienkürzel lautet "LVB" für Ludwig van Beethoven.

Die Pianos von Steinway & Sons stehen auf den bedeutenden Konzernbühnen in aller Welt. Sie werden aber neben New York nur noch in Hamburg gebaut. Die heutige Steinway Musical Instruments Inc. stellt daneben unter anderem Trompeten (Bach), Saxophone (Henri Selmer Paris), Schlagzeuge (Ludwig), Klarinetten (Leblanc) sowie Hörner (C.G. Conn) her.

Verkauf des Showrooms bringt zweistelligen Millionenbetrag

Zuletzt erlöste das Unternehmen 354 Millionen Dollar, etwa zwei Drittel davon mit Konzernflügeln und Klavieren. Der Gewinn lag bei 14 Millionen Dollar. In diesem Jahr kommen allein 44 Millionen Dollar durch den Verkauf des traditionsreichen Schauraums im Herzen Manhattans in die Kasse. Dort soll nun ein Wolkenkratzer mit Luxuswohnungen entstehen.

Der Finanzinvestor Kohlberg & Company bietet 35 Dollar je Aktie und damit 15 Prozent mehr als der Schlusskurs vom Freitag. Das Steinway-Management hat das Angebot angenommen, kann allerdings noch 45 Tage lang bessere Offerten einholen. Kommt nichts dazwischen, soll die Übernahme im dritten Quartal abgeschlossen werden.

Erst Ende vergangenen Jahres hatte Steinway nach gut eineinhalbjähriger Prüfung entschieden, sich doch nicht selbst zu verkaufen. Letztlich lägen im eigenen Strategieplan die größten Chancen für das Unternehmen, sagte Firmenchef Sweeney. Steinway Musical Instruments steht unter Druck, weil es bei stagnierendem Absatz nicht gelang, die Produktionskosten wettbewerbsfähig zu halten.

Quelle: n-tv.de

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