Wirtschaft
"Der Rückzug aus Griechenland war teuer, aber er war notwendig", sagt Vorstandschef Chiffet.
"Der Rückzug aus Griechenland war teuer, aber er war notwendig", sagt Vorstandschef Chiffet.(Foto: REUTERS)

Regierung macht Ärger: Steuerspiele bei Credit Agricole

Seit 2006 pumpt die Credit Agricole rund 10 Mrd. Euro in die griechische Bank Emporiki. Wegen der anhaltenden Griechenland-Krise zieht sich das französische Institut zurück, bekommt einen symbolischen Euro und muss noch knapp eine halbe Milliarde Euro nachschießen. Nun bekommt CA von der Regierung die Quittung. Am Ende steht ein Rekordverlust 2012.

Der französischen Bank Credit Agricole haben die Nachwirkungen der Schuldenkrise in Südeuropa den größten Verlust seit dem Börsengang vor zwölf Jahren beschert. Der Fehlbetrag summierte sich 2012 auf 6,5 Mrd. Euro, wie das Institut mitteilte. Der Credit Agricole gehört mehrheitlich regionalen Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Die Bank hatte schon vor zwei Wochen davor gewarnt, dass Abschreibungen auf die Werte von Beteiligungen in Südeuropa und auf Kredite in Italien das 4. Quartal mit 3,8 Mrd. Euro belasteten. Nun kamen überraschend noch 838 Mio. Euro hinzu, weil das Finanzamt die Verluste mit der im Herbst abgestoßenen griechischen Tochter Emporiki steuerlich nicht anerkennen will.

"Die Regierung hat uns erst am Montag gesagt, dass diese Verluste nicht mehr steuerwirksam sind", sagte Finanzvorstand Bernard Delpit. Das ließ den Verlust allein im 4. Quartal auf fast 4 Mrd. Euro anschwellen. Ohne Sondereffekte hätte Credit Agricole allerdings 548 Mio. Euro verdient, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor und deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Das trieb die Aktie um 3,3 Prozent nach oben, obwohl die Dividende für 2012 gestrichen wurde.

Teurer Rückzug aus Griechenland

"Im Jahr 2012 haben wir das Blatt gewendet und den Konzern grundlegend neu aufgestellt", bilanzierte Vorstandschef Jean-Paul Chiffet. "Der Rückzug aus Griechenland war teuer, aber er war notwendig." Die Bank Emporiki war an die griechische Alpha Bank gegangen. Die Franzosen bekamen dafür nur einen symbolischen Euro, mussten aber 550 Mio. Euro frisches Kapital nachschießen. Seit 2006 hatte der Credit Agricole rund 10 Mrd. Euro in die Bank Emporiki gepumpt.

Aus Italien hatte er sich nicht zurückgezogen. Dort leidet die Bank immer noch unter dem Kredit- und Konsumkreditgeschäft, in dem Abschreibungen fällig wurden. Die Tochter Cariparma will nun 720 Stellen streichen, in etwa doppelt so viele wie bisher geplant. Auch die Beteiligung an der portugiesischen Banco Espirito Santo verlor angesichts der Schuldenkrise an Wert.

Quelle: n-tv.de

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