Wirtschaft
Industrie im Tief: Einkaufmanagerindex für Deutschland und Europa sinkt
Industrie im Tief: Einkaufmanagerindex für Deutschland und Europa sinkt(Foto: picture alliance / dpa)

Einkaufsmanagerindizes sinken: Stimmung der Industrie ist mau

Vor den Zahlen steht ein dickes Minus: Sowohl in Deutschland als auch der Eurozone rauscht der viel beachtete Einkaufsmanagerindex im März um mehr als einen Punkt nach unten. Im Vergleich steht die deutsche Industrie aber immer noch gut da.

Für die Industrie in Deutschland und der Eurozone geht es abwärts. Der sogenannte Einkaufsmanagerindex, für den europaweit Tausende Unternehmen befragt werden, sank im März sowohl hierzulande als auch im Schnitt der Euro-Länder. Für Deutschland rutschte der Index um 1,3 auf 49,0 Punkte ab, wie das Markit-Institut ermittelte. Damit liegt das Barometer wieder unter der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. Im europäischen Schnitt sieht es nicht besser aus. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,1 auf 46,8 Punkte, wie aus der Umfrage unter 3000 Unternehmen hervorging. Seit August 2011 verharrt das Barometer damit unter der Marke von 50 Zählern.

Zum Rückgang in Deutschland sagte Markit-Ökonom Tim Moore: "Verursacht wurde diese Entwicklung vor allem durch die wieder schlechter gefüllten Auftragsbücher." Er fügte hinzu, dass die sich erneut breit machende Unsicherheit, besonders wegen der Lage in Südeuropa, die Investitionsstimmung der Kunden getrübt habe. Entlastet wurden die Unternehmen auf der Kostenseite. Ihre Einkaufspreise fielen erneut. "Höhere Ausgaben für Energie und Treibstoffe wurden dabei durch günstigere Rohmaterialpreise überkompensiert", hieß es in dem Markit-Bericht.

Mehr Jobs in Deutschland geschaffen

Ein Lichtblick ist die steigende Mitarbeiterzahl in deutschen Unternehmen. Sie schufen erstmals seit einem halben Jahr wieder mehr Stellen als sie abbauten. "Der Zuwachs war allerdings außerordentlich gering", hieß es. "Firmen, die ihre Belegschaft verstärkten, wiesen dabei oftmals auf geplante, längerfristige Expansionsvorhaben hin oder den Wunsch, die Auftragsbestände weiter abzubauen."

Gegenläufig ist der Trend dagegen im europäischen Schnitt: Die Unternehmen bauten den 14. Monat in Folge Stellen ab - besonders in Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlande, Irland und Griechenland. Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson sagte zum gesamten Trend: "Der Industriesektor dürfte die Konjunktur im ersten Quartal belastet haben." Zugleich sei das Risiko gestiegen, dass sich der Abschwung im Frühjahr noch verstärke.

Zypern drückt diesen Monat auf die Stimmung

Die Produktion in Europa wurde im März stärker zurückgefahren als in den beiden Vormonaten. Die Unternehmen begründeten das mit sinkenden Aufträgen aus dem In- und Ausland. Die Experten von Markit sprachen von anziehender Nachfrage aus Asien und den USA, die jedoch von einer neuerlichen Nachfrageschwäche innerhalb der Eurozone infolge des verschlechterten Geschäfts- und Konsumklimas aufgefressen wird. Die Zypern-Krise habe zwar keine direkten negativen Auswirkungen auf die Konjunktur nach sich gezogen. "Es bleibt aber die Sorge, dass das jüngste Kapitel in der Krise der Eurozone der Nachfrage im April geschadet haben dürfte", sagte Chefvolkswirt Williamson.

Quelle: n-tv.de

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