Wirtschaft
Wer am Wochenende mit der Bahn fahren will, muss seine Pläne ändern.
Wer am Wochenende mit der Bahn fahren will, muss seine Pläne ändern.(Foto: REUTERS)

Und wieder streiken die Lokführer: Stoppt die GDL!

Ein Kommentar von Jan Gänger

Die Lokführer setzen ihren Egotrip konsequent fort. Diesmal legen sie den Bahnverkehr im ganzen Land für ein komplettes Wochenende lahm. Ihre Gewerkschaft GDL gehört deshalb dringend entmachtet.

Die Lokführer überspannen den Bogen. Der nächste Bahn-Streik ist rücksichtslos, unnötig und völlig überzogen. Die Große Koalition tut gut daran, die Gewerkschaft GDL endlich in die Schranken zu verweisen.

Selbstverständlich haben die Lokführer das Recht, von der Bahn mehr Geld zu verlangen. Und selbstverständlich haben sie das Recht, dafür auch zu streiken. Das Streikrecht ist ein hohes Gut. Es ist wichtig und richtig, dass Arbeitnehmer Arbeitgebern nicht wehrlos ausgeliefert sind. Aber nur weil man etwas darf, muss man es nicht zwangsläufig auch machen.

Ein Streik ist eine wirkungsvolle Waffe, die großen Schaden anrichten kann. Deshalb müssen Gewerkschaften sie vorsichtig und verantwortungsvoll einsetzen. Und das tut die GDL leider nicht.

Die Züge stehen nicht etwa still, weil die GDL fünf Prozent mehr Lohn und zwei Stunden weniger Arbeit pro Woche fordert. Sie stehen still, weil die GDL künftig nicht nur für die Lokführer, sondern für das gesamte Zugpersonal die Tarifverträge aushandeln will. Bisher hat das die viel größere Konkurrenzgewerkschaft EVG erledigt.

Die GDL will mehr Macht. Und setzt dabei auf die Keule, nicht auf den Kompromiss. Glücklicherweise verhalten sich nicht alle Gewerkschaften so. Bei ihnen zählt Augenmaß. Oder können Sie sich an den letzten Streik der IG Metall und ihrer mehr als zwei Millionen Mitglieder erinnern? Eben.

Ganz anders die GDL. Ihre wenigen Tausend Lokführer haben die Macht, die halbe Republik lahmzulegen. Und diese Macht nutzen sie immer wieder - ohne Rücksicht auf Verluste. Die Hauptsache? Maximale Wirkung. In sieben Bundesländern beginnen die Schulferien, in Nordrhein-Westfalen gehen sie zu Ende. Damit treffen die Lokführer viele Menschen - und schaden nicht nur der Bahn, sondern der ganzen Wirtschaft.

Und sie schaden sich selbst. Mit ihrem Kurs liefern sie der Großen Koalition gute Argumente, die Tarifeinheit wieder herzustellen. Das entsprechende Gesetz soll bald vorgelegt werden. Dann hätte in Unternehmen künftig die größte Gewerkschaft das Sagen. Für Klein-Gewerkschaften wie die GDL bedeutet das: Entmachtung.

Quelle: n-tv.de

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