Wirtschaft
Auch Thalys-Schnellzüge stehen bis auf Weiteres still: Reisende müssen auf den Bus ausweichen.
Auch Thalys-Schnellzüge stehen bis auf Weiteres still: Reisende müssen auf den Bus ausweichen.(Foto: dpa)

Züge nach Köln und Aachen betroffen: Streik lähmt belgischen Bahnverkehr

Belgiens Bahn-Mitarbeiter treten in den Ausstand. Zwei Tage soll der Streik dauern. Vor allem der Süden des Landes - und die Hauptstadt Brüssel - sind betroffen. Doch auch viele deutsche Bahnreisende brauchen Geduld.

Ein Bahn-Streik droht den internationalen Fernverkehr in Belgien zum Erliegen zu bringen. Teile der Bahn-Gewerkschaften bestreiken den Süden Belgiens, die Wallonie. Da viele Zugstrecken durch diese Region verlaufen, wirkt sich der Arbeitskampf auf das ganze Land aus, auch auf die Hauptstadt Brüssel. ICE-Züge zwischen Aachen und Brüssel sollen nicht verkehren. Auch Verbindungen des Hochgeschwindigkeitszuges Thalys zwischen Köln, Brüssel und Paris wurden gestrichen. Am Donnerstag sind nur zwei Fahrten am Abend geplant.

Zwischen Brüssel und Köln fahren laut Deutscher Bahn Busse, um die Reisenden zu befördern. Eurostar-Fahrgäste aus London müssen an den Streiktagen in der französischen Stadt Lille nahe der belgischen Grenze aussteigen. In der nördlichen Region Flandern streiken die Bahnmitarbeiter nicht. Da aber bei Streiks viele Pendler auf das Auto umsteigen, könnte es dennoch zu einem Verkehrschaos kommen.

Der am späten Dienstagabend begonnene Ausstand soll 48 Stunden dauern. In dem Konflikt mit der staatlichen Bahngesellschaft SNCB kritisieren die Gewerkschaften die Sparmaßnahmen der Mitte-Rechts-Regierung. Dazu gehören eine Kürzung des Budgets um 20 Prozent innerhalb von fünf Jahren und die Forderung nach größerer Effektivität. Die Gewerkschaften befürchten eine Streichung von 6000 der gegenwärtig 33.000 Stellen und den Verlust von durchschnittlich sechs Urlaubstagen im Jahr pro Beschäftigtem.

SNCB hat 13 zusätzliche freie Tage im Jahr angeboten und will im Gegenzug die wöchentliche Arbeitszeit von 36 auf 38 Stunden erhöhen. Die flämischen Gewerkschaften argumentieren, es gebe Bewegung in den Verhandlungen mit dem Unternehmen. Ihren Mitgliedern steht es aber offen, sich dem Ausstand ihrer Kollegen in der Wallonie anzuschließen. Ein zweiter Streik, der für den 21. bis 23. Januar geplant war, wurde auf Februar verschoben.

Quelle: n-tv.de

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