Wirtschaft
Die Deutsche Bahn hatte vor allem mit der Fernbus-Konkurrenz und diversen Streiks zu kämpfen.
Die Deutsche Bahn hatte vor allem mit der Fernbus-Konkurrenz und diversen Streiks zu kämpfen.(Foto: REUTERS)

GDL-Krach kostet Millionen: Streik und Unwetter sind Bahn-Feinde

Der noch ungelöste Konflikt mit den eigenen Lokführern lastet auf der Bahn-Bilanz. Zudem kosten die Fernbusse den Konzern Fahrgäste. Unter dem Strich fahren dennoch mehr Menschen mit der Bahn - zur Freude des Finanzministeriums.

Mehrere bundesweite Streiks und Wetterkapriolen haben im vergangenen Jahr das Ergebnis der Deutschen Bahn belastet. Zugleich konnte der Konzern aber mehr Passagiere befördern und seinen Umsatz steigern. Wie das Unternehmen mitteilte, sank das operative Ergebnis binnen Jahresfrist um 5,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Allerdings blieb unter dem Strich mehr hängen - was den Bund freuen dürfte.

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Wie es weiter hieß, schlugen die Schäden nach dem Sturmtief im Frühsommer mit 60 Millionen zu Buche. Der weitaus höhere Kostenpunkt waren indes mit 166 Millionen Euro die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL. Das schlechte operative Ergebnis drückt bei der Bahn-Chefetage auf die Stimmung "Wir sind aufgrund von Streiks und Unwettern nicht zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung", Sagte Konzernchef Rüdiger Grube.

Es gibt allerdings auch gute Nachrichten: Der Nettogewinn stieg kräftig, und zwar um gut 52 Prozent auf 988 Millionen Euro. Dafür verantwortlich waren neben Einmaleffekten wie Kartellerträgen von mehr als 70 Millionen Euro auch Maßnahmen, die die Bahn ergriffen hatte, um wetterbedingten Ergebniseffekten entgegenzuwirken. An ihren Eigner, den Bund, wird die Bahn 700 Millionen Euro nun ausschütten. Im Vorjahr hatte der Konzern lediglich 200 Millionen Euro an Finanzminister Wolfgang Schäuble überwiesen.

Mehr als zwei Milliarden Fahrgäste im Jahr 2014

Positiv entwickelte sich zudem der Umsatz. Binnen Jahresfrist kletterte er um 1,5 Prozent auf 39,7 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr stellte die Bahn Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht. So will der Konzern mehr als 41 Milliarden Euro umsetzen und mehr als 1,1 Milliarden Euro verdienen.

Bei den Fahrgastzahlen gab es ebenfalls eine Steigerung. Insgesamt nutzten im vergangenen Jahr rund zwei Milliarden Fahrgäste die Angebote des Unternehmens. "Trotz 65 Stunden Streik waren 2014 rund 14 Millionen Fahrgäste mehr in unseren Zügen unterwegs, das ist ein neuer Fahrgastrekord", sagte Grube. Im Nah- und Regionalverkehr konnte die Bahn deutlich mehr Passagiere transportieren.

Im Fernverkehr ging die Zahl der Fahrgäste allerdings um 1,5 Prozent auf 129 Millionen zurück. Schuld am Rückgang sind unter anderem die Fernbus-Anbieter - diese bieten bundesweite Langstrecken mit dem Bus zu Billig-Preisen an. Gerade für preisbewusste Kunden ist das ein Abwanderungsgrund.

Um Kunden im Fernverkehr zurückzugewinnen, startet die Bahn eine große Offensive: Attraktivere Preise, günstigere Bahncard, mehr Strecken - das alles soll in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Das langfristige Wachstumsziel korrigierte Bahnchef Grube bei der Bilanzvorlage nach unten. Eigentlich sollte der Umsatz bis 2020 auf 70 Milliarden Euro steigen, wovon Zukäufe 14 Milliarden Euro einbringen sollten. Nun will die Bahn bis 2020 mehr als 50 Milliarden Euro erreichen und darüber hinaus nur Unternehmen hinzukaufen, wenn sich neue Finanz-Spielräume ergeben.

Quelle: n-tv.de

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