Wirtschaft
"Am Ende werden weniger, fokussierte und renditestärkere Häuser stehen", sagt Bain-Deutschlandchef Sinn.
"Am Ende werden weniger, fokussierte und renditestärkere Häuser stehen", sagt Bain-Deutschlandchef Sinn.(Foto: picture alliance / dpa)

11.000 Filialen vor Schließung?: Studie: Jeder fünfte Job bei Banken gefährdet

Zinsflaute und harter Wettbewerb: Deutschlands Banken stehen laut einer Studie schwere Zeiten bevor. Die größte Herausforderung sei der zunehmende Kostendruck - er erfordere harte Sparmaßnahmen. Nur bestimmte Geschäftsmodelle würden überleben.

Deutschlands Banken stehen einer Studie zufolge vor einem radikalen Ausleseprozess. Nur drei Geschäftsmodelle dürften sich langfristig durchsetzen, stellt die Managementberatung Bain & Company in einer Studie fest. Diese sind nach Einschätzung der Experten:

  • globale Universalbanken wie die Deutsche Bank
  • Regionalinstitute wie Sparkassen, Genossenschaftsbanken und die Commerzbank sowie
  • spezialisierte Häuser, beispielsweise reine Vermögensverwalter.

"Am Ende werden weniger, fokussierte und renditestärkere Häuser stehen", erklärt Bain-Deutschlandchef Walter Sinn. Als Haupttreiber sieht er den zunehmenden Kostendruck in der Branche. Nicht einmal sechs Prozent der Banken verdienten hierzulande ihre Eigenkapitalkosten von acht bis zehn Prozent; in den letzten drei Jahren habe die Eigenkapitalrendite der Institute im Schnitt bei gerade einmal 1,6 Prozent gelegen. Die Eigenkapitalrendite ist ein guter Wert um zu vergleichen, welche Institute besser wirtschaften als andere - je höher sie ist, desto effizienter arbeitet eine Bank. Werte unter zehn Prozent gelten als problematisch. Am besten schnitten dabei noch Autobanken und Spezialfinanzierer ab, rechnete Sinn vor.

Für die Branche insgesamt gebe es angesichts der Zinsflaute und des harten Wettbewerbs keine andere Lösung, als die Kosten weiter nach unten zu fahren, etwa durch eine Modernisierung der IT und eine Optimierung der Prozesse. Sinn hält auf Zehn-Jahres-Sicht Kostenreduzierungen um bis zu 30 Prozent für nötig, das wären etwa 25 Milliarden Euro.

Damit verbunden wäre nach Bain-Berechnungen die Schließung von weiteren 11.000 Filialen und der Abbau von etwa einem Fünftel der 630.000 Arbeitsplätze in der Branche. Bain hatte für die Studie die Abschlüsse von fast 2000 Banken in Deutschland einem Langzeitcheck seit 1970 unterzogen. Die seit über zwei Jahren laufenden Spar- und Umbauprogramme von Deutscher Bank und Commerzbank wollte Sinn nicht konkret bewerten.

Quelle: n-tv.de

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