Wirtschaft
(Foto: imago stock&people)

Es wird Zeit für die Notbremse: Stürzt der Dax auf 8000 Punkte?

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

Nach dem miserablen Auftakt drohen auch im weiteren Jahresverlauf empfindliche Kursverluste. Jetzt gilt es, das Depot abzusichern.

Mit einem Minus von rund acht Prozent hat der Dax alleine in der ersten Handelswoche 2016 fast die gesamten Gewinne des Vorjahres ausradiert. Absolut betrachtet ist der deutsche Aktienmarkt dieses Jahr so schlecht gestartet wie noch nie – sogar schlechter als 2008 als die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise wütete. Das ist kein gutes Omen: Erfahrungsgemäß setzt sich in etwa zwei Dritteln der Fälle die Tendenz vom Jahresauftakt auch im Gesamtjahr fort. Charttechnisch betrachtet befinden wir uns sowieso schon seit April 2015 in einem Bärenmarkt.

Die Kursverluste lassen sich sowohl stimmungsmäßig als auch fundamental begründen. Das Sentiment leidet vor allem unter dem Börsencrash in China. Der Aktienmarkt in Shanghai hat seit dem Jahreswechsel rund 11 Prozent verloren – seit dem Sommer 2015 sind die Kurse sogar um mehr als 40 Prozent eingebrochen. Zwar spielen die Festlandsbörsen in China realwirtschaftlich kaum eine Rolle. Die Stimmung der Anleger leidet aber dennoch – auch im Westen.

Die Volksrepublik gilt zudem als einer der Hauptverantwortlichen für den Ölpreiscrash. Zwar hängt der Preiskollaps weniger mit einer Nachfrageschwäche, sondern vielmehr mit dem weltweit massiven Überangebot zusammen. Für die Folgen ist das aber unerheblich: Der Einbruch beim Ölpreis bringt sowohl ölexportierende Länder als auch börsennotierte Ölgesellschaften – vorsichtig ausgedrückt – in die Bredouille.

Drohende Pleitewelle in den USA

Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.
Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Länder wie Russland, Venezuela, aber auch Saudi-Arabien oder Norwegen müssen plötzlich sparen und ordern weniger Maschinen und Infrastruktur im Westen. Außerdem könnten die entsprechenden Staatsfonds zunehmend zu Aktienverkäufen gezwungen werden, um Haushaltsdefizite auszugleichen. Gleichzeitig droht der amerikanischen Fracking-Industrie ein Massensterben, das an den Anleihemärkten für erhebliche Turbulenzen und damit für eine erneute Bankenkrise sorgen könnte.

Dazu kommen die Krisenherde im Mittleren Osten, die Flüchtlingswelle in Europa und ein möglicher EU-Austritt Großbritanniens, auch Brexit genannt. Die größte Gefahr für die Finanzmärkte geht aber möglicherweise von der divergierenden Geldpolitik aus. Es gab noch nie eine längere Phase, in der die amerikanische Notenbank Fed und die EZB entgegengesetzt agierten. Genau das ist derzeit der Fall – mit unabsehbaren Folgen.

Starinvestor George Soros spricht schon von einer drohenden weltweiten Finanzkrise. Soweit sind wir wohl noch nicht. Mit seiner Einschätzung, das sei nicht die richtige Zeit zum Kaufen, dürfte Soros jedoch wohl Recht behalten.

Depot absichern

Angesichts der negativen Rahmenbedingungen ist ein Rückfall des Dax in den Bereich von 8000 Punkten durchaus denkbar. Das würde ein weiteres Minus von fast 20 Prozent bedeuten. Vor diesem Hintergrund bieten sich klassische Absicherungsstrategien an.

2016 sieht momentan wenig nach einem Aktien-, sondern eher nach einem Cash-Jahr aus. Anleger sollten auf jeden Fall Liquidität aufbauen. Investoren, die ihre Aktienbestände – auch aufgrund steuerlicher Überlegungen und Bankgebühren - nicht verkaufen möchten, sollten diese zumindest absichern. Geeignete Instrumente hierfür sind Short-ETFs, die es beispielsweise auf den Dax, S&P 500 oder den MSCI World gibt. Gold dagegen scheint eher nicht das richtige Instrument zu sein, um ein Wertpapierdepot gegen die aufziehenden Gefahren zu schützen. Das Edelmetall hat von den jüngsten Kursturbulenzen kaum profitiert und leidet unter dem möglichen Zinsanstieg in den USA.

Langfristig orientierte Anleger, die die Finanzmärkte aufgrund des verzerrenden Einflusses der großen Notenbanken, für unberechenbar halten, können sich an der Anlagestrategie "Michael O`Higgins Absolute Return (MOAR)" des legendären Vermögensverwalters Michael O`Higgins orientieren. Dieser prognosefreie Ansatz investiert in die vier unkorrelierten Anlageklassen Anleihen mit mittlerer und langer Laufzeit, Edelmetalle sowie Aktien. Letztere werden antizyklisch durch Länder-ETFs abgedeckt, die auf Sicht eines Jahres am stärksten gefallen sind. Eine solche Strategie hat in den zurückliegenden Jahren trotz aller Krisen im Durchschnitt mit neun Prozent im Jahr rentiert.

Disclaimer

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Quelle: n-tv.de

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