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Betriebsbedingte Kündigungen sind möglich.
Betriebsbedingte Kündigungen sind möglich.(Foto: picture alliance / dpa)

"Wir haben Überhänge": Supermärkte sind Tengelmanns Sorgenkind

Kaiser's ist zum Problemfall beim Handelskonzern Tengelmann geworden. Anders als der Textildiscounter KiK und die Baumarktkette Obi schreiben die Supermärkte rote Zahlen. Das soll sich nun ändern - eventuell mit Kündigungen.

Konzernchef Karl-Ervian Haub erfreut sich derzeit vor allem an Kik und Obi.
Konzernchef Karl-Ervian Haub erfreut sich derzeit vor allem an Kik und Obi.(Foto: picture alliance / dpa)

Die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Supermarktkette Kaiser's Tengelmann steht vor weiteren Einschnitten. Derzeit werde die Lage analysiert. Aber es sei klar: "Wir haben Überhänge", sagte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub. Ob und in welchem Umfang weitere Standorte geschlossen und Stellen gestrichen würden, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Nach Auslaufen einer Vereinbarung seien betriebsbedingte Kündigungen jedoch möglich.

Die größten Einschnitte habe Kaiser's Tengelmann mit der Schließung von 27 Läden und dem Abbau von 350 Arbeitsplätzen aber schon hinter sich. Derzeit arbeiten für die Supermarktkette noch gut 17.000 Beschäftigte, die 2013 netto einen Umsatz von 1,94 Milliarden Euro erwirtschafteten. Einen Verkauf von Kaiser's Tengelmann möchte Haub vermeiden. Das sei das, was die Familie am wenigsten in Erwägung ziehe.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres lieferten den Angaben zufolge der Textildiscounter KiK und die Baumarktkette Obi ein kräftiges Wachstum. Die Umsatzzuwächse seien rekordverdächtig, sagte Haub. Das Unternehmen profitiere vom guten Wetter in den ersten sechs Monaten, vom Ausscheiden des Konkurrenten Praktiker, aber auch von der eigenen guten Arbeit.

Wetter verhagelte Bilanz 2013

Das vergangene Geschäftsjahr schloss die Tengelmann-Gruppe insgesamt mit einem Nettoumsatz von 7,82 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau ab. Ursprünglich wollte das Unternehmen um zwei bis drei Prozent wachsen. Doch die Wetterkapriolen im ersten Halbjahr, die besonders Obi und KiK trafen, machten dem Handelsriesen einen Strich durch die Rechnung. Saisonwaren für den Gartenbereich sowie Frühjahrstextilien wurden zum Ladenhüter.

Auch die Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands und Europas hatte im vergangenen Jahr massive Folgen für Tengelmann. Mehr als 80 Filialen mussten vorübergehend geschlossen werden oder wurden von den Wassermassen beschädigt. "Es ist den enormen Anstrengungen aller Konzerntöchter zu verdanken, dass wir dennoch ein positives Ergebnis erzielen konnten", sagte Haub.

Eine immer größere Rolle spielt der Bereich E-Commerce. Haub hat hier als Wagniskapitalgeber für Internet-Start-ups eine Vorreiterrolle im deutschen Handel übernommen. So ist das Unternehmen unter anderem mit gut fünf Prozent an dem Internethändler Zalando beteiligt und betreibt die Online-Shops Plus.de, baby-markt.de und GartenXXL.de. Das Unternehmen hat Haub zufolge in diesem Bereich bereits mehr als 100 Millionen Euro investiert. Die ersten beiden Start-up zahlten bereits Dividende.

Quelle: n-tv.de

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