Wirtschaft
T-Mobile US: Börsennotiert seit Mai 2013.
T-Mobile US: Börsennotiert seit Mai 2013.(Foto: REUTERS)

Neuausrichtung zeigt Wirkung: T-Mobile US punktet beim Kunden

Netzausbau und das iPhone im Programm: T-Mobile US zeigt der Konkurrenz auf dem US-Markt wie man wächst. Wie schon im vorangegangenen Quartal steigert die voll konsolidierte Telekom-Tochter ihre Nutzerzahl deutlich. Und das ist noch nicht alles.

T-Mobile US hat erstmals die Zahlen vor der Deutschen Telekom vorgelegt - die am Donnerstag berichten will - und dabei den eingeschlagenen Wachstumskurs eindrucksvoll fortgesetzt. Die von der Telekom voll konsolidierte US-Tochter, die aus der Verschmelzung von T-Mobile USA und MetroPCS hervorgegangen ist, gewann abermals mehr als eine Million neue Kunden und zählt jetzt über 45 Millionen Nutzer. Kräftig zulegen konnte T-Mobile US auch bei den besonders wertvollen Vertragskunden unter eigener Marke: Hier konnten saldiert zwischen Juli und September 648.000 Kunden hinzugewonnen werden. Das waren über 200.000 mehr als von Analysten prognostiziert.

Bereits im zweiten Quartal überraschte T-Mobile US mit einem Kundenwachstum in ähnlicher Größenordnung und beendete damit eine jahrelange Schrumpfkur der Deutschen Telekom in den USA.

Deutliches Umsatzplus

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Damit erntet T-Mobile US erste Früchte einer kostspieligen Neuausrichtung auf dem hart umkämpften amerikanischen Markt. Ziel ist es, sich als verbraucherfreundlichere Alternative zur etablierten Konkurrenz einen Namen zu machen: Man attackiert die Platzhirsche AT&T und Verizon Wireless dabei über den Preis und kann ihren Kunden seit einigen Monaten auch das begehrte iPhone des US-Technikriesen Apple bieten. Die günstigen Tarife ließen aber den monatlichen Umsatz ihrer Vertragskunden im Quartalsvergleich um 1,40 US-Dollar auf 52,20 Dollar absinken.

Der rasante Aufschwung von T-Mobile US zeigt sich auch im Vergleich mit den Rivalen. Das Abonnentenwachstum des US-Branchenzweiten AT&T fiel deutlich geringer aus. Auch den Marktführer Verizon Wireless  konnte T-Mobile US übertrumpfen, rechnet man bei dem Konkurrenten Verträge für Zusatzangebote heraus. Sprint kehrten sogar sehr viele Kunden den Rücken.

Beim Umsatz konnte T-Mobile US im dritten Quartal auf 6,69 Milliarden Dollar nach 4,89 Milliarden im Vorjahr zulegen. Das bereinigte EBITDA stieg auf 1,34 Milliarden Dollar von 1,23 Milliarden Dollar, in den Werten des Vorjahresquartals ist MetroPCS aber nicht enthalten. Aufgrund von Währungseffekten und unterschiedlichen Bilanzierungsstandards lassen sich die Zahlen von T-Mobile US aber nicht eins-zu-eins auf die Muttergesellschaft übertragen.

Positiver Ausblick

Was die Kundenzahl angeht, ist T-Mobile US noch ein Stückchen optimistischer geworden: die Gesellschaft rechnet jetzt im Gesamtjahr mit 1,6 Millionen bis 1,8 Millionen neuen Vertragskunden, bislang wurden 1,0 Millionen bis 1,2 Millionen in Aussicht gestellt. Pro forma, also unter Einbeziehung von MetroPCS für das Gesamtjahr, geht T-Mobile unverändert von einem bereinigten EBITDA zwischen 5,2 Milliarden und 5,4 Milliarden Dollar aus.

In den Vereinigten Staaten blickt der Bonner Konzern auf eine wechselhafte Geschichte zurück. Im Jahr 2001 hatte der damalige Konzernchef Ron Sommer für den T-Mobile-Vorgänger Voicestream 40 Milliarden Euro gezahlt. Danach war der Ableger lange Zeit Wachstumslokomotive des Konzerns, bis Ende des Jahrzehnts nicht mehr genug Geld in das Netz gesteckt wurde. Dadurch fiel die Tochter auf dem US-Markt immer weiter zurück. Der Zusammenschluss von T-Mobile USA und MetroPCS wurde zum 1. Mai wirksam.

Quelle: n-tv.de

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