Wirtschaft

Es geht um die ExistenzTUI muss kräftig sparen

31.05.2013, 20:29 Uhr
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Friedrich Joussen (Foto: picture alliance / dpa)

Stellenstreichungen und die Trennung von unrentablen Geschäften - auf die TUI-Mitarbeiter kommen schwere Zeiten zu. Vorstandschef Joussen plant einen harten Schnitt in der Konzernzentrale. Das Reiseunternehmen hat zahlreiche Strategiewechsel unter Joussens Vorgänger Frenzel hinter sich.

Der neue TUI-Chef Friedrich Joussen sieht den Reisekonzern ohne Kostensenkungen in seiner Existenz bedroht. "Es geht hier um nicht weniger als die Daseinsberechtigung und damit den Fortbestand der TUI AG", verteidigte Joussen seine Pläne in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die geplanten Stellenstreichungen in der Konzernzentrale in Hannover seien ein "harter Schnitt". Die Zahl der Arbeitsplätze soll von derzeit 186 auf unter 100 sinken. "In der Zentrale verlieren wir Jahr für Jahr 100 Millionen Euro, unter anderem durch unsere Kostenstruktur", zitiert die Zeitung Joussen.

Der Manager, der im vergangenen Jahr von der deutschen Vodafone zu TUI gewechselt war und im Februar zum Vorstandschef aufstieg, denkt auch über eine Trennung von unrentablen Geschäften nach. "Was sich nicht rechnet, wird nicht gemacht", sagte er.

Nach zahlreichen Strategiewechseln unter dem ehemaligen Chef Michael Frenzel will Joussen den Reisemarktführer in die Spur bringen, um wieder eine Dividende zahlen zu können. Unter anderem sollen das Kreuzfahrtgeschäft saniert und die zahlreichen Hotelmarken gestrafft werden. Zuletzt gab es 2007 eine Gewinnbeteiligung für die Aktionäre.

Der Konzern mit seinen 74.000 Mitarbeitern ist das Werk von Frenzel, der Anfang des Jahres nach knapp zwei Jahrzehnten an der TUI-Spitze abtrat. Mindestens 100 Unternehmen wurden unter Frenzels Ägide ge- und verkauft. Den Konzern plagt dazu eine teure Doppelstruktur: TUI hat sein Reisegeschäft vor Jahren fast komplett bei TUI Travel in Großbritannien gebündelt. Die Tochter steuert 97 Prozent zum Jahresumsatz von 18 Milliarden Euro bei. Mittlerweile bereuen die Niedersachen den Schritt, da sie nicht genug Geld in der Kasse haben, um die Tochter komplett zu kaufen.

Quelle: ntv.de, rts