Wirtschaft

Airlines reagieren auf BER-Desaster: TXL soll "ertüchtigt" werden

BER ist noch nicht geboren, TXL noch nicht gestorben: Der Berliner Flughafen Tegel muss auf absehbare Zeit weiter betrieben werden. Lufthansa und Air Berlin fordern Investitionen, damit der Service für eine wachsende Zahl von Fluggästen nicht zu sehr beeinträchtigt wird.

TXL-Betrieb bereits auf Anschlag.
TXL-Betrieb bereits auf Anschlag.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutschlands größte Fluggesellschaften Lufthansa und Air Berlin fordern nach der erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins für den Hauptstadtflughafen BER Investitionen in den Airport Berlin-Tegel (TXL). "In Tegel muss investiert werden, um einen vernünftigen Service für Fluggäste zu gewährleisten", sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Aufgrund der verschobenen BER-Eröffnung müsse Tegel nun "für mehrere Flugplanperioden den Löwenanteil des Flugverkehrs in der Hauptstadt tragen". Deswegen müsse "einiges getan werden, um Tegel hierfür zu ertüchtigen".

Auch Air Berlin forderte von der Berliner Flughafengesellschaft Nachbesserungen in Tegel. Es bedürfe Anstrengungen seitens des Flughafenbetreibers, "um dort einen noch besseren Standard zu erreichen", erklärte das im SDax notierte Unternehmen. Ziel von Air Berlins sei es, am "alten Flughafen" die Auswirkungen für Fluggäste "so gering wie möglich zu halten".

Air Berlin klagt, Lufthansa überlegt noch

Air Berlin hatte im November wegen der mehrfachen Verschiebung des Eröffnungstermins eine Schadenersatzklage gegen die Betreibergesellschaft eingereicht. Damals bezifferte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft den bis dahin entstandenen Schaden auf einen Betrag in zweistelliger Millionenhöhe.

Bei der Lufthansa fiel bislang noch keine Entscheidung über eine mögliche Schadenersatzklage. "Dass Schäden entstehen, ist völlig klar; diese werden nun aufgelistet", sagte der Lufthansa-Sprecher. "Zu gegebener Zeit wird der Flughafengesellschaft eine Rechnung präsentiert". Ob es letztlich zu einer Klage der Lufthansa komme, werde aber erst "zu gegebener Zeit entschieden".

Auch die Deutsche Bahn bereitet Schadenersatzforderungen vor. Der Konzern habe "durch die wiederholten Verschiebungen der Inbetriebnahme des Flughafens finanzielle Einbußen in Millionenhöhe zu verzeichnen", erklärte ein Konzernsprecher. Derzeit jedoch sei es "noch nicht möglich" die Einbußen zu beziffern. Dies gelte "auch für die konkrete Höhe der Schadensersatzansprüche gegen die Flughafengesellschaft", erklärte der Bahn-Sprecher.

Quelle: n-tv.de

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