Wirtschaft
Im Einzelhandel wollen die Beschäftigte mit Streiks den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen.
Im Einzelhandel wollen die Beschäftigte mit Streiks den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen.(Foto: picture alliance / dpa)

Bis zu vier Prozent mehr: Tariferhöhungen füllen vielfach Lohntüten

Für viele Beschäftigte haben die jüngsten Tarifrunden für Einkommenszuwächse gesorgt. In manchen Fällen bringen die Abschlüsse im kommenden Jahr ein erneutes Plus. Die geringsten Anstiege verbuchten nicht selten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst - vor allem die Beamten.

Die Tarifrunde 2013 hat vielen Beschäftigten in Deutschland ein Lohnplus von 3,0 Prozent und mehr eingebracht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, traten in diesem Jahr zudem viele Tariferhöhungen in Kraft, die schon in den Vorjahren zwischen den Vertragsparteien vereinbart worden waren.

So traten im März in der Eisen- und Stahlindustrie sowie in der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie Tariferhöhungen um 3,0 Prozent in Kraft. Die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe bekamen ab Mai im Westen 3,2 Prozent und im Osten 4,0 Prozent mehr Lohn. In der Metallindustrie stiegen die Löhne ab Juli um 3,4 Prozent. Dort gibt es ab Mai 2014 weitere 2,2 Prozent mehr.

Beamte kommen teils abgespecktes Lohnplus

Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder bekommen den Statistikern zufolge seit Januar ein Plus von 2,65 Prozent. Ab Januar 2014 gibt es ein weiteres Plus von 2,95 Prozent. Einige Länder hätten diese Tariferhöhungen auf ihre Beamten übertragen oder eine Übernahme der Vereinbarungen geplant, erklärten die Statistiker.

In manchen Bundesländern fielen die Besoldungserhöhungen jedoch auch niedriger aus. So wollten die Länder Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bremen das Tarifplus nur auf niedrigere Besoldungsgruppen übertragen. In Rheinland-Pfalz steigen die Beamtenbezüge ab Januar um 1,0 Prozent.

In anderen Branchen kamen die Beschäftigten in diesem Jahr in den Genuss von Tariferhöhungen, die schon in den Vorjahren abgeschlossen worden waren. Dies betraf den Statistikern zufolge die Textil- und Bekleidungsindustrie in Westdeutschland mit einem Lohnplus von 3,0 Prozent ab Mai, die Beschäftigten der Systemgastronomie im Westen bekamen ab Juni einen Zuschlag von 2,9 Prozent, das Bankgewerbe ab Juli ein Plus von 2,5 Prozent.

Einzelhandel verhandelt noch

Für die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen gab es im Januar und August jeweils eine Erhöhung um 1,4 Prozent und für die Bundesbeamten in den beiden Monaten jeweils ein Plus von 1,2 Prozent. Die Beschäftigten der Druckindustrie bekamen 2013 lediglich eine einmalige Pauschale von 150 Euro, aber keine Tariferhöhung.

Im Einzelhandel liefen die Tarifverträge zwar je nach Region zwischen Ende März und Mai aus, nachdem die Arbeitgeber bundesweit alle Entgelt- und Manteltarifverträge gekündigt hatten. Eine Einigung über einen neuen Tarifvertrag konnte bislang aber noch nicht erzielt werden.

Quelle: n-tv.de

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