Wirtschaft

Größerer Schluck aus der Pulle: Tariflöhne steigen stärker als Preise

Die Kaufkraft eines großen Teils der deutschen Bevölkerung wächst. Bei tariflich gebundenen Arbeitnehmern steigen die Löhne durchschnittlich um 2,5 Prozent. Die Inflationsrate liegt derzeit klar darunter. Allerdings sind die Lohnanhebungen von Branche zu Branche sehr verschieden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Löhne in Deutschland sind im dritten Quartal wieder stärker gestiegen. Die tariflichen Monatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen erhöhten sich um durchschnittlich 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Im Frühjahr waren es lediglich 1,9 Prozent mehr, zu Jahresbeginn fiel der Zuwachs mit 3,0 Prozent dagegen größer aus. Der Anstieg im abgelaufenen Vierteljahr reichte aus, um die Kaufkraft zu erhöhen: Er lag deutlich über der Inflationsrate von 1,6 Prozent, so dass die Beschäftigten auch real mehr in der Tasche hatten.

In den einzelnen Branchen fielen die Lohnerhöhungen sehr unterschiedlich aus. Die Beschäftigten im Bereich Erziehung und Unterricht erhielten 2,9 Prozent mehr Geld, in der öffentlichen Verwaltung gab es einen Aufschlag von 2,8 Prozent. In beiden Bereichen erklärt sich der Anstieg unter anderem durch Nachzahlungen für Beamte.

Nur schwaches Wachstum im Einzelhandel

In der Industrie wurde ein Lohnplus von durchschnittlich 2,8 Prozent vereinbart. Die geringsten Tariferhöhungen gab es mit 1,7 Prozent bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistern, wozu etwa Arbeitsvermittler sowie Wach- und Sicherheitsdienste zählen. Auch im Handel war das Plus mit 1,9 Prozent vergleichsweise niedrig: Zwar stiegen die Tarifverdienste im Großhandel um 3,0 Prozent, im Einzelhandel aber nur um 0,4 Prozent.

Die Ergebnisse berücksichtigen - neben der tariflichen Grundvergütung - auch die tariflich festgelegten Sonderzahlungen. Dazu gehören beispielsweise Einmalzahlungen, Jahressonderzahlungen und Nachzahlungen.

Quelle: n-tv.de

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